Rheinpfalz Café, Kletterwand und Touristikbüro

Ein Café, ein Touristikbüro, eine Freeclimbing-Wand und eine Art Museum: Klaus Nahlenz hat mit dem über 100 Jahre alten Bahnhofsgebäude in Schopp einiges vor. Insgesamt 350.000 Euro möchte der Schopper investieren, um das Bauwerk und das Umfeld aufzuwerten. Wann es mit den Arbeiten losgeht, hängt davon ab, wie es in Sachen Gemeinde-Fusion weitergeht.
Eines ist Nahlenz, der Geschäftsführer der ortsansässigen Nahlenz Immobiliengesellschaft Saarpfalz ist, wichtig: „Ich möchte keine Konkurrenzsituation und auch keinen Druck aufbauen.“ Das sagt er mit Blick auf die Fusionsgespräche zwischen der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd und Landstuhl, aber natürlich auch auf den bevorstehenden Bürgerentscheid am 8. Februar in Schopp. Dann wird sich zeigen, ob die Einwohner künftig lieber zur Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben gehören oder in der fusionierten Verbandsgemeinde leben wollen. Wenn der Schopper vor dem Gebäude steht, kann er sich aber bereits genau vorstellen, wie es einmal aussehen soll. Links daneben soll beispielsweise ein Café entstehen. „Modern, aber dennoch passend zum denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude.“ Am Café kann er sich zudem eine Terrasse in Richtung der Gleise vorstellen. Zwischen dem Café und dem bestehenden Bau soll es einen überdachten Weg geben. Der Wartebereich wird aufgewertet, eine Glaswand wird die Fahrgäste vor kühlem Wind schützen. Zudem wird der hintere Teil des Wartebereichs wegfallen. Dort soll nach den Vorstellungen von Nahlenz ein Touristikbüro entstehen, das auch in das Bahnhofsgebäude hineinreicht. Drei Arbeitsplätze sind vorgesehen. „Dort soll es dann auch eine Wartezone und Sozialeinrichtungen geben“, berichtet Nahlenz. Mit der Verbandsgemeinde, die das Touristikbüro betreiben soll, ist eine langfristige Nutzungsvereinbarung geplant. „Die Rede ist da von 20 Jahren. Das sollte schon eine dauerhafte Einrichtung sein“, so Nahlenz. Ob es diese aber geben wird, ist derzeit unklar. Wie Gerhard Schohl, Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeindeverwaltung Kaiserslautern-Süd, mitteilt, liegt das Projekt von Seiten der VG derzeit auf Eis. „Wir warten jetzt erst einmal den Bürgerentscheid in Schopp ab.“ Leader-Fördermittel wurden bereits beantragt. Laut Schohl gab es schon eine Zusage für einen Zuschuss in Höhe von 152.515 Euro. „Wir haben diese Förderung jetzt aber zurückgegeben.“ Sollte es doch zu diesem Projekt kommen, ist der Abteilungsleiter aber zuversichtlich, dass es diesen Zuschuss wieder geben wird. „Das Projekt lebt und stirbt damit, dass Bedarf da ist – abgesehen vom Café“, sagt Nahlenz. Alleine schon, weil Schopp das Tor zum Mountainbikepark Pfälzerwald ist, biete sich ein Touristikbüro an – verbunden mit Hinweistafeln an der großen Betonmauer auf der gegenüberliegenden Seite. Dort, im Bereich des Parkplatzes, kann sich Nahlenz auch eine Freeclimbing-Wand vorstellen. 2011 hat er das Bahnhofsgebäude gekauft. Und bereits einiges investiert – in das Betriebsgebäude der Bahn. Darin gibt es eine neue Heizung und eine neue Toilettenanlage. Wie lange die Bahn ihr Stellwerk noch nutzen wird, ist laut Nahlenz nicht klar. Aber auch für eine spätere Nutzung des Stellwerks hat er schon Ideen. „Das könnte man beispielsweise einem musealen Zweck zuführen.“ Geplant hat er die Arbeiten in mehreren Abschnitten. Zunächst soll es ans Bahnhofsgebäude gehen. „Da wird alles rausgerissen, die Decke abgehängt, eine neue Toilettenanlage wird entstehen und eine neue Heizung eingebaut“, erzählt Nahlenz. Danach soll das Café gebaut werden. Zwei Pläne hat sich Nahlenz, der zudem Fraktionsvorsitzender der CDU im Verbandsgemeinderat ist, bereits ausgemalt, wie dieses später einmal betrieben werden kann. Entweder über einen Pächter als Tagescafé oder im Eigenbetrieb – „an die Bedürfnisse der Region gerichtet“, wie es Nahlenz nennt. Das könnte dann beispielsweise nur an Wochenenden geöffnet sein. „Mehr als gute Stube für die Schopper Bevölkerung.“ 350.000 Euro sind für die Umbauarbeiten insgesamt veranschlagt. „Das ist schon ein bisschen was. Allerdings hat man es bei dem Bahnhofsgebäude mit einem Rohbau zu tun. Das Gebäude ist zudem denkmalgeschützt und deswegen müssen hier auch einige Maßgaben beachtet werden.“ Wann er mit den Arbeiten beginnen wird, weiß Nahlenz noch nicht. „Im Moment ist kein Druck da, aber ich würde schon gerne möglichst Mitte des Jahres damit beginnen.“ (ssl)