Rheinpfalz Bus kommt einfach nicht
RODALBEN. Ihre Kinder in Wilgartswiesen hatten sie zum Sonntagsbrunch eingeladen, aber der Omnibus, der im Schienenersatzverkehr eingesetzt war, traf nicht am Busbahnhof ein. Die Rodalberin Anna M. ärgerte sich mächtig und verschaffte ihrem Unmut schließlich im RHEINPFALZ-Gespräch Luft.
Um 9.43 Uhr sollte die Abfahrt sein, um 10.32 die Ankunft in Wilgartswiesen. Anna M. erinnert sich genau. Um 9.26 Uhr löste sie ihre Karte für 5,60 Euro. „Ich wartete und wartete“, berichtet sie, „um 10.20 Uhr rief ich dann bei meinen Kindern an, die mich schließlich mit dem Auto abholten und später auch wieder nach Rodalben zurückfuhren“. Dabei hatte sich Anna M. sicherheitshalber unter der Woche noch von einem Fahrer einen Fahrplan aushändigen lassen. „Die Fahrpläne liegen ja nirgends mehr aus, seitdem die Bahn die Servicestationen geschlossen hat.“ Sie versicherte sich, dass der Bus täglich und nicht nur werktags verkehrt. Letztendlich hatte sie trotzdem das Nachsehen. Für ihren Ärger gab es mehrere Gründe: die bezahlte Fahrkarte ohne Nutzen, die lange Wartezeit und der Umstand mit der privaten Hin- und Rückfahrt. Zumindest die 5,60 Euro will sie nun rückerstattet bekommen. Wegen Bauarbeiten der Bahn fahren die Züge auf der Strecke zwischen Pirmasens, Rodalben und Wilgartwiesen zurzeit nicht. Aufgrund von Straßenbauarbeiten ist der Ersatzschienenverkehr bis Annweiler ausgedehnt worden. Laut Tino Gang von der DB Regio AG, Mannheim, installiert die Bahn auf der Strecke ein elektronisches Stellwerk. Die alten mechanischen Stellwerke werden im Zuge der Neuverkabelung durch elektronische ersetzt (die RHEINPFALZ berichtete). Die DB Regio Südwest betreibt den Regionalbahnverkehr. „Wenn an der Bahnstrecke Bauarbeiten anstehen, organisieren wir einen Busdienst“, erklärt Gang. Jeder ausfallende Zug werde durch einen Bus ersetzt. Den Auftrag habe die Südwest Mobil in Kaiserslautern erhalten, die wiederum Busunternehmen mit den Fahrten betraue. Am vergangenen Sonntag sollte die Firma Moreau aus Bexbach fahren. Warum der Bus nicht fahrplanmäßig um 9.43 in Rodalben hielt, ließ sich gestern nicht mehr nachvollziehen. Gang hatte beim Busunternehmer nachgefragt und lediglich pauschale Antworten bekommen. Vielleicht bewirkten Staus eine längere Verspätung, hieß es da zum Beispiel. Gang verweist auf „generell positive Erfahrungen“. Südwest Mobil wickle den Fahrbetrieb zuverlässig ab. Vereinzelt freilich gebe es auch kritische Rückmeldungen. Der Rodalberin Anna M. empfahl er, sich an die Stelle „Kundendialog“ bei der DB Regio Südwest zu wenden mit der Bitte um Rückerstattung des Fahrkartenpreises. „Dies sollte ein unproblematischer Vorgang“ sein, so Gang. Zugleich kündigte er an, dass der Schienenersatzverkehr mit Bussen an diesem Sonntag, 17. April, um 22.30 Uhr endet. Ab Montag funktioniere wieder der Regionalbahnverkehr mit Zügen. Das nützt Anna M. allerdings zunächst wenig. Sie will am Sonntag mit dem Schienenersatzverkehr in die Nähe von Germersheim reisen, wo ihr Enkel zur Erstkommunion geht und die Familie den Weißen Sonntag feiert. „Ich muss eine Stunde früher abfahren, um 8.43 Uhr, und hoffe, dass der Bus mich nicht wieder stehen lässt.“ Anna M. wagt ihren zweiten Versuch.