Rheinpfalz Burgfräulein kann wieder sehen

Auch Ohmbach muss sich seinen Namen teilen. Mit einem kleinen Ortsteil der Gemeinde Windeck im Westerwald, zirka 200 Kilometer von Ohmbach in der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg entfernt.
Was das kleine Ohmbach mit dem größeren gemein hat: Beide liegen in der Nähe eines gleichnamigen Baches. Der abgeschiedene Ortsteil in Windeck hat allerdings nur 19 Einwohner. Einziger Ort in der Nähe ist Reidershof im Südosten.
Trotz seiner bescheidenen Größe nennt Ohmbach eine kleine touristische Attraktion sein Eigen: Südlich des Weilers liegt der sogenannte Heilbrunnen, dank dessen Quellwassers laut einer Sage aus dem 13. Jahrhundert das erblindete Burgfräulein Mathilde wieder sehen konnte. Ihr Vater, ein Raubritter, hatte einen Köhler wegen eines geringen Wildfrevels blenden lassen. Daraufhin war auch seine Tochter Mathilde erblindet. Nachdem ihre Mutter vor Kummer gestorben und ihr Vater in einer Schlacht gefallen war, wurde die Burg von Feinden belagert. In dieser Notlage flüchtete Mathilde in ein Kloster. Auf dem Weg dorthin traf sie mit ihren Begleitern auf die Quelle. Kaum hatte sie ihre Augen mit dem frischen Quellwasser benetzt, konnte sie wieder sehen. Aus Dankbarkeit ließ die Äbtissin die Quelle mit Steinen einfassen und daneben ein Kreuz errichten. Seither ist der Brunnen ein vielbesuchter Ort. Gedenksteine weisen darauf hin, dass das Quellwasser auch anderen Menschen geholfen haben soll. (pant)