Kultur Südpfalz Brahms trifft Dvorak

Kammermusik auf höchstem Niveau boten Pavel Gililov und Denis Goldfeld im Rahmen der Konzertreihe der Villa Musica Rheinland-Pfalz in Herxheim. Auch die beiden Stipendiatinnen der Villa Musica, Violaine Despeyroux und Anastasia Kobekina, die beim Dvorak-Klavierquartett mitspielten, erwiesen sich als bemerkenswerte junge Künstlerinnen.
Im ersten Teil des Programms präsentierten Gililov und Goldfeld die zweite und dritte Sonate für Klavier und Violine von Johannes Brahms in einer ausgereiften Interpretation. Beginnend mit der nahezu lyrischen Sonate für Klavier und Violine in A-Dur, Opus 100 entführten Pavel Gililov und Dennis Goldfeld die Zuhörer in die verinnerlichte Klangwelt von Johannes Brahms. Den zarten Tonfall der liedhaften Themen brachte Goldfeld auf seiner Violine sensibel mit kunstvoller Bogenführung zum Ausdruck. Ruhig und wie aus einem Guss entwickelte der Pianist Pavel Gililov vielfältige Klangfarben. Das Zusammenspiel von Goldfeld und Gililov wirkte so entspannt und souverän, war auf Klarheit und Dialog angelegt, dass es möglicherweise von manchen Zuhörern als nicht so effektvolles Musizieren wahrgenommen wurde. Für den Künstler ist aber letztlich nicht so sehr die Wirkung entscheidend, sondern allein die Intention des Komponisten. Denis Goldfeld faszinierte mit kristallklaren Linien in der Höhe und farbenreichem Geigenspiel im mittleren Klangspektrum. Stets behielt Pavel Gililov die Haltung eines inspirierenden Kammermusikers und traumhaften Virtuosen. Für manche Zuhörer wurde sicherlich das melodisch belebte Klavierquartett von Antonin Dvorak zum musikalischen Erlebnis des Abends. Obwohl Dvorak dem berühmten Brahms sehr nahestand, so ist doch seine Tonsprache ganz anders geartet. Sein zweites Klavierquartett Es-Dur, op 87 sprüht geradezu vor musikalischer Kraft und Klangschönheit. Dem Streichtrio Goldfeld, Despeyroux und Kobenika bot sich eine Fülle dankbarer Aufgaben. Bereits im Allegro entfaltete Violaine Despeyroux mit dem expressiven Klang ihrer Viola gemeinsam mit Denis Goldfeld und Anastasia Kobekina einen Klangzauber, der vom Klavier brillant umspielt wurde. Pavel Gililov ließ keinen Zweifel aufkommen an seiner Virtuosität. Anklänge an Schubert gab es im langsamen Satz(Lento), wo Anastasia Kobekina dem Cello eine der schönsten Melodiephrasen entlockte, die Denis Goldfeld mit seinem intensiven Geigenton übernahm. Ideenreich und formbewusst, mit musikalischem Gefühl und gedanklicher Strukturierung zeigten Goldfeld, Despeyroux, Kobekinka mit Gilililov am Flügel Kammermusik in höchster Perfektion.