Rheinpfalz Boden stark schadstoffbelastet

Marode, ohne festen Untergrund auf Mutterboden gebaut und mit Schadstoffen belastet: Über 90.000 Euro wird bei der Triftstraße d
Marode, ohne festen Untergrund auf Mutterboden gebaut und mit Schadstoffen belastet: Über 90.000 Euro wird bei der Triftstraße der Einbau eines Unterbaus und die Entsorgung der belasteten Materials kosten.

„Schlimmer geht es fast nimmer“, beschrieb Jürgen Haag vom Ingenieurbüro Sdu-Plan die Ergebnisse der Bodenproben in der Triftstraße, die die Gemeinde Herschberg ausbauen wird. In höchstem Maße schadstoffbelastet, darunter kein Unterbau, sodass es der Straße auch an Standfestigkeit fehlt und teure Bodenverbesserungsmaßnahmen notwendig werden.

In der Ratssitzung am Donnerstag überbrachte Haag dem Gemeinderat die schlechten Nachrichten. Es hatte sich gezeigt, dass die Straße einfach mal auf die vorhandene Fläche aufgesetzt und nichts ausgebaggert worden war. Unterhalb der Teerschicht fand sich eine Schicht Mutterboden, ebenfalls mit Schadstoffen belastet. Ein Fünkchen Hoffnung bestehe noch, dass sich beim Ausbau zeige, dass nicht die gesamte Fläche so extrem mit Schadstoffen belastet ist. „Die Chance ist aber sehr gering“, konstatierte Haag. Im aktuell verbauten Zustand geht von den Materialien keine Gesundheitsgefährdung aus. Aber sie müssen auf Spezialdeponien entsorgt werden und das wird richtig teuer. Weil der Teer mit der höchsten Stufe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe belastet ist, kostet die Entsorgung 30 Euro pro Tonne. Etwas billiger, weil weniger belastet, wird die Entsorgung des vorgefundenen Mutterbodens. Alles in allem sei aber von 43.000 Euro allein an Deponiekosten auszugehen, sagte Haag. Dazu kommen nach aktuellem Stand 50.000 Euro für Maßnahmen, um die Standfestigkeit des Bodens zu verbessern. Geovlies und eine extra Schotterschicht müssen untergebaut werden. Im Übrigen stimmte der Rat der in der vergangenen Sitzung besprochenen Ausbauvariante zu. Die Straße ist 153 Meter lang, erhält eine fünf Meter breite Straße in Asphalt. Links und rechts schließen Rinnenmulden (30 Zentimeter) und Gehwege (im Schnitt 1,50 Meter breit) an. Gesetzt werden Hochborde. Es erfolgt kein niveaugleicher Ausbau, weil die Straße topografisch eine klare Bergseite aufweist, über die entwässert wird. Das lässt sich baulich nicht ändern. Aktuell wird mit Ausbaukosten von 361.000 Euro gerechnet – inklusive Entsorgung des belasteten Materials. Die Gemeinde stellt einen Antrag auf Zuschuss aus dem Investitionsstock des Landes. Der Rat beschloss ebenfalls, dass im Zuge des Straßenausbaus Leerrohre verlegt werden, in die später Glasfaserkabel für schnelles Internet geblasen werden können. Verteilerknotenpunkt soll am Wasserturm sein. Die geschätzten Kosten hierfür belaufen sich auf 30.000 Euro. Auch hier wird ein Förderantrag gestellt. Im Idealfall können 80 Prozent der Kosten durch Zuschuss gedeckt werden. Grünes Licht gab der Rat für den Erschließungsvertrag mit der WVE GmbH in Kaiserslautern, die das geplante Neubaugebiet „Entlang der K 18“ privat erschließen wird. Eine Absage erteilte das Bauamt der ursprünglichen Idee, dass links und rechts der K 18 neue Bauplätze erschlossen werden. Vom Ortsausgang gesehen, dürfen nur rechts der K 18 neue Bauplätze entstehen. In welchem Umfang, wird sich zeigen, weil noch geklärt werden muss, ob drei private Grundstücksbesitzer mitmachen. Falls nicht, sagte Bürgermeister Manfred Biedinger, sei klar, dass dort später keine Bauplätze mehr entstehen. Niemand sollte die Idee haben, er erspare sich eine teure Erschließung und hänge sich dann kostengünstig dran. Der Landesbetrieb Mobilität stehe einer Versetzung des Ortsdurchfahrtssteins aufgeschlossen gegenüber. Das gesamte Sportgelände befände sich dann innerorts. Das würde die Probleme mit dem Parken reduzieren und hätte den positiven Nebeneffekt, dass dort schon Tempo 50 gelten würde.

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