Rheinpfalz Biker sind schon heiß auf neue Strecken

Placeholder-Image

Auf eine neue Gästezielgruppe hofft man auch in der Urlaubsregion Hauenstein, wenn die Erweiterung des Mountainbike-Parks Pfälzerwald offiziell eröffnet wird. Termin und Ort sollen Mitte April bei einer Mitgliederversammlung des Vereins Mountainbikepark Pfälzerwald festgelegt werden, teilt Ulla Eder, die Sprecherin der Kreisverwaltung, mit. Die Rede war in Hauenstein vom Monat Mai – ein Ziel, das aber wohl kaum zu erreichen sein wird.

Sonja Spieß, die Leiterin des Hauensteiner Tourist-Info-Zentrums (Tiz), berichtet bereits jetzt von regem Interesse der Biker an dem Streckenangebot. „Rund 20 Prozent der Nachfragen, die bei uns eingehen, beziehen sich inzwischen auf das Radfahren und Mountainbiken“, sagt sie. Und bereits jetzt kämen die ersten Interessenten ins Tiz, die nach Kartenmaterial des erweiterten MTB-Parks fragen. Damit kann sie freilich noch nicht dienen. „Die Erstellung von Printprodukten ist in Vorbereitung“, teilte Stephan Marx vom Verein Mountainbikepark Pfälzerwald auf Anfrage mit. Die Werbung für die Erweiterung des Streckennetzes sei allerdings schon gestartet worden. So wurde auf der Touristikmesse CMT in Stuttgart per Flyer über die Erweiterung des Streckennetzes informiert. Auf der Startseite der Homepage www.mountainbikepark-pfaelzerwald.de findet sich zurzeit nur ein Hinweis auf die Erweiterung, die sich vorwiegend auf Strecken in der Südwestpfalz bezieht, aber auch eine neue Strecke im Bereich Landstuhl beinhaltet. Die Strecken sind wie Skipisten klassifiziert: Schwarz steht für eine „Racing- oder Fahrtechnikstrecke“ mit hohem bis sehr hohem Schwierigkeitsgrad, rot für eine „Sportbikerstrecke“ mit mittleren bis hohen Anforderungen und blau weist auf eine einfache Streckenführung hin. Wie Eder informierte, sei auch die Beschilderung an den Schnittstellen der MTB-Routen mit den offiziellen Radwegen durchgeplant und die Ausschreibung der Produktion und Montage der Schilder erfolgt. Eine Auftragsvergabe könne aber erst erfolgen, wenn vom Fördermittelgeber, dem Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz, ein geänderter Förderbescheid vorliegt. Ein entsprechender Antrag sei wegen höherer Projektkosten gestellt worden. Die Auftragsvergabe für den Druck der großformatigen Informationstafeln sowie die Herstellung der Gestelle zur Befestigung sei beschlossen, könne aber aus den gleichen Gründen ebenfalls erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Man habe, wie Gerold Bernhart, bei dem innerhalb der VG-Verwaltung Hauenstein die MTB-Park-Fäden zusammenlaufen, betont, darauf geachtet, dass bei der Streckenfindung „Kollisionen zwischen Wanderern und Bikern“ minimiert werden, und deshalb stark frequentierte Wanderwege beim MTB-Streckenplan außen vor gelassen. So habe man beispielsweise an der Schwanheimer Wasgauhütte, wo mehrere Wanderwege und die MTB-Tour zusammentreffen, durch die Umlegung der MTB-Route Konfliktpotenzial abgebaut. „Wir hoffen hier auch auf gegenseitige Rücksichtnahme“, sagt Verbandsbürgermeister Werner Kölsch, der selbst oft als Läufer und Biker in den Wäldern unterwegs ist. „Wenn beide Gruppen Rücksicht nehmen, wird es keine Probleme geben“, stellt er fest und berichtet von der Rückmeldung einer badischen Bikergruppe: „Die jungen Leute waren überrascht vom freundlichen Miteinander auf den Wegen und Pfaden. So sollte es sein.“ Die Pflege der Touren organisiert die Verbandsgemeinde. Dafür wurden bereits Ehrenamtliche gefunden, die die Strecken regelmäßig abfahren. Notwendig wird es sein, stellen Spieß, Kölsch und Bernhart übereinstimmend fest, dass innerhalb der Urlaubsregion auch die notwendige Infrastruktur für Biker wächst. In der Hotellerie müssten beispielsweise abschließbare Fahrrad-Räume ebenso angeboten werden wie Plätze, an denen die Fahrräder gereinigt und gewartet werden können. Was möglicherweise notwendige Rad-Reparaturen angehe, sei man mit Wolfgang Seibels Südpfalz Adventures bereits bestens aufgestellt. Umsonst gibt es das Paket „MTB-Park“ nicht: Als Lizenzgebühr für die Markteinführung des erweiterten Parks werden pro Kommune 5500 Euro fällig. Für den Gestattungsvertrag mit dem Forst sind 650 Euro zu zahlen, weitere 100 Euro werden pro Jahr als Mitgliedsbeitrag fällig. Jährlich 5000 Euro werden als Umlage für die Kosten der Geschäftsstelle erhoben. Auch eine Marketingumlage in Höhe von 3000 Euro wird jährlich in Rechnung gestellt. (ran)

x