Rheinpfalz Bescherung mit PS
Größere Fahrten waren schon länger nicht mehr drin, der Rost fraß sich durchs Blech, Reparaturen waren immer öfter nötig. Aber die evangelische Jugend der Kirchengemeinden Vorderweidenthal und Dimbach hat Ideen entwickelt, um Geld für einen neuen Bus für die Jugendarbeit zu beschaffen. Einen Tag vor Weihnachten konnte dieser abgeholt werden. An Heiligabend stand er vor der Kirche.
Fast 6000 Euro haben die Jugendlichen mit zahlreichen Aktivitäten erwirtschaftet. Mit Ideen, Kreativität und Einsatz. Rund 15.000 Euro haben Pascal Daußmann, 18 Jahre, und Felix Hoff, 17 Jahre, für den Bus veranschlagt. Denn für Zeltlager, Gottesdienste, Freizeiten auch in andere Länder oder den Transport von Material sollte es ein VW-Bus sein, in der Langversion mit neun Sitzen. Genutzt wird der Bus auch vom Presbyterium, der Frauengruppe der Kirchengemeinde und für die Seniorenarbeit. Vor rund zwei Jahren haben sich die jungen Leute der evangelischen Jugend zusammengesetzt und einen Finanzierungsausschuss gegründet. Mit dem Ziel, bis Ende 2015 einen gebrauchten Bus zu beschaffen. Bis kurz vor Jahresende haben sie dafür gearbeitet. Würstchen bei Grillfesten verkauft, Autowaschaktionen organisiert, für Senioren gegrillt, Kaffee und Kuchen bei Festen verkauft. Ein Supermarkt hatte sich bereit erklärt, den Flaschenpfand zu spenden. Viel Arbeit kostete eine pfiffige Idee, um vielleicht ein günstiges Werksfahrzeug vom VW-Konzern zu bekommen. Ein „VW-Bus-Lied“ wurde geschrieben, gesungen, ein Video gedreht, ein Cover gestaltet und an den Konzern geschickt. „Wenn das Vorhaben glückt, sind alle Mitarbeiter entzückt“, lautete eine Zeile im Lied. Das Vorhaben glückte nicht. „Vorhaben dieser Art unterstützt der Konzern nicht“, berichtete der Pfarrer der zwölf Kirchengemeinden, Johannes Berthold. Anfang September hatte die Kirchenjugend rund 2500 Euro erwirtschaftet, die mit viel Anstrengung, dazu gehörten auch Spendenbriefe, auf fast 6000 Euro angewachsen sind. „Landrätin Theresia Riedmaier hat 1000 Euro gespendet, vom Kirchenpräsidenten steht noch etwas aus, den Rest haben hälftig die Kirchengemeinden Dimbach und Vorderweidenthal übernommen“, informiert Berthold. Gar nicht so einfach war es, einen Bus zu finden. Die Recherche lief bundesweit, in München fand sich dann der T 5. Neun Jugendliche der Kirchengemeinden sind einen Tag vor Weihnachten auf eigene Kosten nach München gefahren, um das lange ersehnte Fahrzeug endlich abzuholen. (pfn)