Rheinpfalz Behelfstreppe am Vogelnest
Kein Baugerüst ist die monumentale Konstruktion, die seit einigen Tagen das ehemalige Schulhaus in Herschberg „ziert“. Das haben zwar einige Bürger vermutet, aber es handelt sich in Wirklichkeit um einen Behelfs-Notausstieg aus dem Obergeschoss des markanten Gebäudes nahe der Bürgerhalle. Dort ist seit 1992 die Herschberger Kindertagesstätte Vogelnest eingerichtet, in der momentan rund 40 Kinder betreut werden.
Die von einem Gerüstbauer errichtete Treppe war notwendig geworden, weil die Aufnahmekapazität für Kinder unter drei Jahren erweitert werden soll. Dafür sind mehr Schlafplätze erforderlich, die derzeit nur im oberen Stockwerk eingerichtet werden können. Auch Ortsbürgermeister Manfred Biedinger gefällt diese Konstruktion nicht sonderlich. „Aber wir hatten keine andere Wahl, weil nach den baurechtlichen Bestimmungen ein Notausstieg aus den oberen Räumen zwingend vorgeschrieben ist“, sagte er. Die Konstruktion kostet monatlich 180 Euro Miete. Die Errichtung einer stationären Treppe aus Stahl oder auch Mauerwerk wurde wegen der schwierigen Haushaltslage von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt. Dass man mit den Mietkosten auch einen Teil der stationären Treppe finanzieren könnte, ärgert den Bürgermeister natürlich. Die Pläne der Gemeinde für eine bauliche Erweiterung der Kita im Erdgeschoss sind wegen der finanziellen Lage ins Stocken geraten. Die damit verbundene Schaffung seniorengerechter Wohnungen ist vorerst vom Tisch. Zumindest über die gelungene Renovierung mit zwei Schlafräumen, Küche, Speiseraum und Toilette für die Kleinsten von Herschberg und Saalstadt kann sich Biedinger freuen. Dafür muss die vorläufige Nottreppe in Kauf genommen werden.