Rheinpfalz Aussegnungshalle sprengt den Rahmen

Die Frage, wie es mit dem geplanten Bau der Aussegnungshalle auf dem Friedhof in Schauerberg weitergeht, wird den Gemeinderat intensiv beschäftigen. Die Ausschreibung für den Bau der Halle hat der Rat bereits aufgehoben. Die Kosten haben sich im Vergleich zur ersten Schätzung von 80.000 Euro auf 185.000 Euro erhöht. Das sei für eine kleine Gemeinde nicht darstellbar, befand der Rat.
„Machen wir weiter, wenn ja wie, oder lassen wir es sein?“, fragte Bürgermeister Martin Eichert. Klar sei, dass es aus Kostengründen nicht möglich sei, weitgehend mit Firmen in der vorgesehenen Form zu bauen. Die enorme Kostensteigerung im Baugewerbe in den vergangenen zwei Jahren trifft nun auch das Projekt in Schauerberg. Das könne nicht sein, sagte Ratsmitglied Klaus Kries. „Ist aber so“, verwiesen die anderen Ratsmitglieder darauf, dass diese Preissteigerung überall zum Tragen komme. Wie berichtet, hatte etwa in der Nachbargemeinde Herschberg die Ausschreibung für den Kindergartenanbau aufgehoben werden müssen, weil die Kosten für den Rohbau deutlich zu hoch ausgefallen waren. Dort wird jetzt nach einer günstigeren Bauform gesucht. Ein Weg, den sich auch der Schauerberger Rat vorstellen kann. Jetzt soll geprüft werden, ob es möglich wäre, die geplante Aussegnungshalle zum Beispiel mit Fertigelementen herzustellen und ob das eine deutliche Kostenersparnis bringen würde. Denn die Preise seien bei allen Gewerken – Maurer-, aber auch Zimmerer- und Dacharbeiten – sehr hoch ausgefallen. Fest steht wohl schon, dass die Bodenplatte für das Gebäude in Eigenleistung hergestellt wird. Es sei auch denkbar, so Eichert, „dass wir das gesamte Gebäude in Eigenleistung errichten“. Problem sei, dass dann das Honorar für den Ingenieur (aktuell 18.000 Euro) trotzdem zu bezahlen sei und der zugesagte Zuschuss aus dem Investitionsstock des Landes in Höhe von 40.000 Euro nicht fließen würde. „Den gibt es nur, wenn mindestens 70 Prozent der Arbeiten an Firmen vergeben werden“, verdeutlichte Eichert. Setze man auf Eigenbau, was die Kosten wohl deutlich reduzieren könnte, „müssen wir den Leuten aber auch ehrlich sagen, dass es viel länger dauern wird, bis die Aussegnungshalle steht“, sagte Ratsmitglied Thomas Weber. Unter anderem aus diesem Grund und weil es ohnehin fraglich sei, ob man über so einen langen Zeitraum immer genügend freiwillige Helfer zum Mitmachen bewegen könne, plädierten Volker Schweitzer und Klaus Keßler dafür, nach Möglichkeiten zu suchen, wie mit Firmen, kostengünstiger gebaut werden könne, um den Zuschuss zu erhalten. Das wird nun zuerst geprüft.