Rheinpfalz Aus gutem Grund den Ring am Fass sorgfältig gereinigt
„Ortsjubiläen zu feiern, ist wichtig“, stellte Franz Ullrich am Samstag anlässlich der neuen Ausstellung des Vereins für Heimatpflege Waldfischbach-Burgalben im Heimatmuseum fest. In Bildern und Filmen erinnert der Verein an die 750-Jahr-Feier von Waldfischbach (1932), die 800-Jahr-Feiern von Burgalben (1952) und Waldfischbach (1982) sowie die 850 Jahr-Feier von Burgalben (2002).
Jubiläumsfeiern ermöglichten es vor allem auch der Jugend, sich mit der Geschichte ihrer Heimat auseinanderzusetzen. Jubiläen brächten Vereine und Menschen dazu, sich für ihren Ort besonders zu engagieren. „Diese Jubiläen stärken die Dorfgemeinschaft“, steht für Ullrich fest. Die Ausstellungsstücke wecken Erinnerungen. Bilder an den Wänden, zahlreiche Fotoalben, digitalisierte Filme, Nachbildungen der Urkunden zur erstmaligen Erwähnung der beiden Ortsteile und Plakate hat der Heimatverein zusammengetragen, erläuterte der Vorsitzende, Norbert Schnauber. So ist das Plakat zu sehen, mit dem für das Straßenfest auf der Schäferei geworben wurde, das anlässlich der 800-Jahr-Feier von Waldfischbach erstmals gefeiert wurde und in den drei Tagen Tausende Besucher nach Waldfischbach zog. Wie in den folgenden Jahrzehnten auch. Der Festumzug im Jahr 1982, an dem sich über 100 Gruppen beteiligt hatten, „hat Zehntausende Besucher an die Strecke gelockt“, erinnerte Ullrich. Herausragendes Merkmal aller Feierlichkeiten im Jahr 1982: „Immer super Wetter“, erinnerte er sich. Er hatte von diesem Jubiläum die Anekdote dabei, dass der damalige Ortsbürgermeister Erich Rutz vor dem Fassanstich beim Familienfest auf dem DJK-Platz zum Erstaunen der Gäste mit einem Tuch fein säuberlich den Ring ausgewischt hatte, in den es den Zapfhahn zu schlagen galt. „Er hatte den Fassanstich geübt“, verriet Ullrich. Gastronom Karl-Heinz Ullrich hatte den Bürgermeister gewarnt, dass jemand der ihm einen Streich spielen wolle, möglicherweise den Ring einöle, damit der Zapfhahn garantiert rausfliege. Das verhinderte die Putzaktion. Gar nicht zum Lachen sei ihm und Willy Müller zumute gewesen, als es um das festliche Zirkuszelt ging, das 2002 zur 850-Jahr-Feier in Burgalben aufgestellt wurde. Kurz vor dem Jubiläum wurden sie gewarnt, dass das Zelt unbrauchbar sei, nach Tieren stinke. Ullrich und Müller machten sich auf die Suche nach dem Zelt, wurden am Nürburgring fündig, wo es bei Rock am Ring aufgestellt war. „Wir sind da hoch gefahren“, berichtete Ullrich. Erleichterung und Entwarnung nach der Geruchsprobe. Kein Tiergeruch. Das Jubiläum im Zelt wurde ein voller Erfolg. Auch wenn sich Gaststar Bata Illic gewundert habe, dass ihn eine Besucherin immer mit Pater angesprochen habe. Insider bei Funk und Fernsehen hätten Illic, was dieser nicht wusste, spaßeshalber „Pater Iltis“ genannt. Das hatte eine Frau aufgeschnappt und völlig falsch verstanden. Die 800-Jahr-Feier von Burgalben habe er als Kind miterlebt, sagte der aus diesem Ortsteil stammende Franz Ullrich. Die Festtagsbrezel habe er noch immer in Erinnerung. Der damalige Umzug sollte unter anderem durch den Verkauf von Plaketten finanziert werden. Die Plaketten waren hergestellt worden, verkauft wurden sie nicht. Zehn Jahre später habe er diese als Auszubildender bei der Gemeinde Burgalben im Amt gefunden, berichtete Ullrich. Schwierig seien die politischen Verhältnisse 1932 gewesen, als Waldfischbach sein 750-jähriges Bestehen begangen habe. Allen politischen Unruhen zum Trotz wurde gefeiert. Als „Waldfischbachs stolzester Tag“ ging der Festumzug in die damalige Presseberichterstattung ein. 7000 Gäste waren gekommen. Info Die Ausstellung im Heimatmuseum kann donnerstags von 17 bis 19 Uhr angeschaut werden, dazu an jedem zweiten Sonntag im Monat (14 bis 16 Uhr). Heute feiert das Heimatmuseum sein 30-jähriges Bestehen mit einem kleinen Festakt. |add