Rheinpfalz „Angebot fällt zu mickrig aus“
In der Nacht zum gestrigen Mittwoch stand bei der Firma Ideal Automotive in Otterberg die Produktion für eine Stunde still. Insgesamt 30 Mitarbeiter legten ab Punkt Mitternacht bis 1 Uhr ihre Arbeit nieder. Sie folgten damit einem Warnstreikaufruf der IG Metall.
Nachdem die Friedenspflicht in der Tarifrunde der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie am 1. Februar abgelaufen war, trafen sich die 30 Mitarbeiter während ihrer Nachtschicht um Mitternacht vor dem Tor der Firma. Mit dem Streik reagieren die Beschäftigten auf ein Angebot der Arbeitgeber, das laut Gewerkschaftssekretär Bernd Löffler „zu mickrig“ ausgefallen ist. Anstelle der geforderten Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 Prozent boten die Arbeitgeber nach der Tarifrunde am 17. Januar zunächst vier Nullmonate, anschließend eine Erhöhung um 1,4 Prozent ab Juni. Ab Juni 2018 wollen die Arbeitgeber ein weiteres Plus von 1,5 Prozent zugestehen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 28 Monate betragen. Zur Altersteilzeit trafen die Arbeitgeber keine Aussage. „Das Angebot ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten einer Branche die sich ohnehin benachteiligt fühlt“, sagt Löffler. In seiner Rede während des Streiks machte er ebenso wie der Betriebsratsvorsitzende Holger Keller und IG-Metall Bezirkssekretärin Katinka Pönsken deutlich, dass Druck aus den Betrieben nötig ist, um die Arbeitgeber zu einem annehmbaren Tarifabschluss zu bewegen. Neben dem Einkommensplus von 4,5 Prozent fordert die IG Metall, den Tarifvertrag zur Altersteilzeit mit besseren Konditionen auszustatten. Aktuell zwei Prozent reichten nicht aus. Damit mehr Beschäftigte eine Chance hätten, in vorzeitigen Ruhestand zu gehen, müsse erhöht werden. Während des Warnstreiks wurde der langjährige Gewerkschaftssekretär der IG Metall in Kaiserslautern, Frieder Wirth, in den Ruhestand verabschiedet. Er wechselte zum gestrigen 1. Februar in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Am Streikauftakt beteiligten sich deutschlandweit vor allem die Nachtschicht-Beschäftigten der Automobilzulieferer. Weitere Aktionen sollen folgen. Bei der nächsten Verhandlungsrunde, die am 15. Februar in Saarlouis ansteht, werden sich Beschäftigte aus der Textilbranche zu einer Demo zusammenfinden, an der auch eine Delegation aus Otterberg teilnimmt. Die IG Metall werde weiter Druck machen auch für bessere Bedingungen in der Textilbranche, versicherte Löffler. |amw