Rheinpfalz Alte Molkerei soll verschwinden

Der Dorfrundgang führte die Gruppe – in der Mitte Pfarrerin Petra Armbrust-Stepponat – auch vor der Kirche .
Der Dorfrundgang führte die Gruppe – in der Mitte Pfarrerin Petra Armbrust-Stepponat – auch vor der Kirche .

Bürgerhalle, Freizeitgelände, Kindergarten und protestantische Kirche gehören durchaus zu den vorzeigbaren Punkten in Herschberg. Das bestätigten auch auswärtige Teilnehmer beim Rundgang durch die Sickingerhöhgemeinde am vergangenen Wochenende. Eingeladen dazu hatte der Tourismusverein der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, dessen Vorsitzende Sonja Bauer die Gäste vor der Bürgerhalle begrüßte.

Herschberg

war das zwölfte Ziel dieser alljährlichen Tour durch eine der Gemeinden, die der damalige Verkehrsverein Wallalbtal-Sickingerhöhe vor der Verbandsgemeinde-Fusion ins Leben gerufen hatte. Dieser informative Spaziergang soll den Mitgliedern des Vereins und anderen Interessenten die Möglichkeit bieten, auch die Nachbargemeinden besser kennenzulernen und Möglichkeiten der touristischen Vermarktung zu erkennen. Die Präsentation hatte Ortsbürgermeister Manfred Biedinger übernommen und die Gruppe durch die Gemeinde geführt, zunächst von der Bürgerhalle durch die Eckersgasse zum Friedhof mit der geräumigen Aussegnungshalle, in der ein Großteil der jeweiligen Trauergäste Platz findet. Anerkennung fanden dabei auch die Lage der Gräberfelder auf verschiedenen Ebenen und der sehr alte Baumbestand. Als ein Kleinod, das nicht immer ausreichend gewürdigt werde, bezeichnete Pfarrerin Petra Armbrust-Stepponat die protestantische Pfarrkirche, die 1862 erbaut wurde. 1986 letztmals umfangreich renoviert, präsentiert sich das mit viel Holz ausgestattete Gotteshaus in einem gepflegten und einladenden Zustand. Die noch heute wohlklingende mächtige Orgel mit zwölf Registern wurde trotz Kriegswirren im Jahr 1870 von den berühmten Orgelbauern Gebrüder Stumm aus Sulzbach im Hunsrück erstellt. Der steinerne Altartisch von 1792 stammt noch aus der alten Herschberger Kirche. Der eigentliche Blickfang aber ist die großflächige Malerei auf der gesamten Altarwand gegenüber dem Eingangsportal. Für dieses Werk mit dem Titel „Ich bin das Brot des Lebens“ konnte die Kirchengemeinde 1953 eine damals sehr bekannte Künstlerin gewinnen. Paula Jordan, die 1986 im Alter von 90 Jahren verstorben ist, war nach dem Krieg aus der DDR in den Westen übersiedelt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich bereits als Illustratorin von Religionsbüchern und als Kirchenmalerin einen Namen gemacht. Anschließend führte der Rundgang durch das schmucke Neubaugebiet und wieder zurück zur Bürgerhalle. Diese sei, so der Ortsbürgermeister, „unverzichtbar als Mittelpunkt des kulturellen Lebens in der Gemeinde und die sportlichen Aktivitäten mehrerer Vereine“. Die Halle ist an allen Wochentagen für Trainingsstunden belegt. Fast in jedem Dorf gibt es wohl einen oder mehrere unschöne Anblicke, so auch in Herschberg. Einer davon ist die ehemalige Molkerei gleich beim Ortseingang aus Richtung Thaleischweiler-Fröschen, ausgerechnet gegenüber der Bürgerhalle. Diese Bauruine soll nach Aussage von Manfred Biedinger demnächst endlich verschwinden. Anträge auf Zuschüsse im Rahmen der Dorferneuerung seien längst bei der Kreisverwaltung gestellt. Nun warten die Herschberger auf grünes Licht von dort.

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