Rheinpfalz „Alles, aber bloß keinen Regen mehr“

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SÜW/OFFENBACH: Die wochenlangen Regenfälle, begleitet von kühlen Temperaturen scheinen vorerst vorbei zu sein. Der Sommer ist da. Die Ernteausfälle sind es auch. Und die sind heftig. Die RHEINPFALZ hat bei Bioland-Bauer Ralf Gensheimer in Offenbach nachgefragt, wie es bei ihm aussieht. Mit einem Wort: schlecht. „Heute mache ich einen Acker mit Kartoffeln um, und pflanze etwas anderes“ – in der Hoffnung, dass er noch ernten kann. Gensheimer bewirtschaftet zirka 50 Hektar, auf denen er etwa 50 Sorten Gemüse anpflanzt. Die Kartoffel ist dabei das wichtigste Standbein. Auf rund acht Hektar baut er die nahrhafte Knolle an – in zehn verschiedenen Sorten. Doch davon wird er wohl kaum etwas aus der Erde bringen. Der Bioland-Bauer rechnet mit maximal 25 Prozent der sonstigen Ernte, bei manchen Sorten Kartoffeln gar mit einem Totalverlust. Normalerweise erntet Gensheimer 200 bis 250 Dezitonnen pro Hektar. Jetzt kann er froh sein, wenn es 50 bis 60 werden. Schuld sind Pilze, die aufgrund des extrem feuchtkühlen Wetters fröhliche Urständ feiern und die Pflanzen so stark in Mitleidenschaft ziehen, dass sie kaputtgehen und damit die Knollenbildung ausbleibt beziehungsweise deren Wachstum stoppt. Die Kartoffeln werden braun und faulen im Boden. Existenzbedrohend ist das für den Hof derzeit noch nicht, sagt Gensheimer: „Wir hatten drei gute Jahre. Wir haben eine Reserve gebildet, um so etwas durchzustehen.“ Aber das kommende Frühjahr dürfe nicht wieder so werden wie dieses. Versichert gegen Ernteausfälle ist Gensheimer nach eigenen Angaben nicht. Der Biolandwirt ist mit seiner Produktpalette breit aufgestellt und nicht alleine vom Erdapfel abhängig, der rund 25 Prozent des Umsatzes ausmacht. Nun gilt es, „die anderen Kulturen durchzubringen“, sagt Gensheimer. Und da ist er recht guter Dinge: Das dauerhaft schlechte Wetter sei jetzt ja erst einmal vorbei. Er hofft, dass es heiß oder zumindest warm bleibt, das tötet den Pilz ab und die Pflanzen können sich teilweise erholen und auch geerntet werden. „Wir können alles gebrauchen aber bloß keinen Regen mehr.“ Neben der Kartoffel sind Salat und Zwiebeln besonders betroffen. Aber nicht jedes Gemüse hatte unter dem schlechten Wetter zu leiden. Alle Kohlgewächse, Fenchel und Kürbisse gedeihen, sagt Gensheimer. So schlimm wie die Ernteausfälle auch sind: „Dieses Jahr ist gut, um wieder etwas zu lernen“, gewinnt Gensheimer dem Ganzen etwas Positives ab. Er hat mit dem Ausbringen von Mulch experimentiert. Und siehe da: Diese Pflanzen haben zwar auch den Pilz, aber nicht so stark. Rekordverdächtig ist auch die Anwendung der biologischen Spritzmittel. Nach jedem Regenguss ist er auf die Felder, um wieder zu spritzen, weil die umweltverträglichen Stoffe durch die Niederschläge jedes Mal abgewaschen werden. Zum Teil hat er 20 Stunden am Tag die Pflanzen und damit den Blattschutz überprüft. |rww

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