Rheinpfalz AC Biogas will Anlage behalten

Es gibt Hoffnung für die praktisch fabrikneue Biogas-Anlage in Lambsborn. Und damit für eine große Anzahl von Landwirten aus der Südwestpfalz, die Grünschnitt, Mais und anderer Biomasse als Treibstoff für die 1,5-Megawatt-Anlage liefern. Wirtschaftsprüfer haben der insolventen AC Biogas, dem Eigentümer und Betreiber, eine positive Fortführungsprognose bescheinigt. Zwölf andere Anlagen legt das Unternehmen dagegen still.
Zum Betrieb der Lambsborner Anlage, einer der größten in der Westpfalz, beschäftigt das Münsteraner Unternehmen einen eigenen und einen weiteren externen Mitarbeiter. Ihre Jobs waren, nachdem der nach eigenen Angaben größte deutsche Betreiber dieser alternativen Energieerzeugungsanlagen seine Zahlungsunfähigkeit anzeigen musste, nur bis Jahresende gesichert. Und ebenso die Abnahmeverträge der Landwirte. Ein Verkauf der Anlage stand im Raum. Jetzt heißt es: Die Lambsborner Anlage gehöre zu denen, mit der AC Biogas nach einer Restrukturierung neu durchstarten will. Man habe jede Anlage in den vergangenen Wochen durchgecheckt und sei zum Schluss gekommen, dass die Lambsborner profitabel zu betreiben sei. Dagegen senkt sich der Daumen über zwölf der gut 100 Erzeugungseinheiten der Gruppe. Jörg Nolte, Sprecher des Unternehmens, sagte, von einem Dutzend Anlagen, vorwiegend im deutschen Nordosten, müsse man sich trennen. AC Biogas hatte im Frühjahr mit einer Restrukturierung in Eigenverwaltung begonnen. Eine drohende Zahlungsunfähigkeit war Ende September Grund für die Insolvenzanmeldung. Die Finanzierungskosten der gesamten Gruppe seien nicht mit den Erträgen in Einklang zu bringen gewesen, formuliert Nolte. Eine Umschreibung dafür, dass tiefrote Zahlen geschrieben wurden. Entlassungen und der bereits erfolgte Verkauf einzelner Anlagen, so der Unternehmenssprecher, hätten den Gang zum Insolvenzgericht nicht vermeiden können. Ende September habe man mit Gläubigern und Banken eine Vereinbarung treffen können. Mit der Folge, dass durch eine Finanzspritze über 50 Millionen Euro der Betrieb der verbliebenen Anlagen zunächst bis Ende des Jahres gesichert werden konnte. Durch die Entscheidung, sich von zwölf Anlagen zu trennen, habe man nun Planungssicherheit darüber hinaus. Es seien keine weiteren Verkäufe geplant. Zugleich sei der Ernte-Einkauf „weitestgehend“ stabilisiert. Wie berichtet, hatten Landwirte aus der Südwestpfalz beklagt, dass Rechnungen für Lieferungen über mehrere zehntausend Euro nicht beglichen worden seien. Drohende Zahlungsausfälle scheinen nun durch die Zusicherung des Unternehmens abgewendet zu sein. Allerdings, so heißt es aus informierten Kreisen, seien Preise nachverhandelt worden. Die Biogas-Anlage Lambsborn, nach einem Ausbau mit einer Kapazität von 1,5 Megawatt Leistung eine der größten in der Westpfalz, war vor zwei Jahren von AC Biogas übernommen worden. Aufgrund der Insolvenz, so Unternehmenssprecher Nolte, verzögere sich die Inbetriebnahme des Ausbauanteils der Anlage derzeit aber. (cps)