Rheinpfalz Abschreibungen sorgen für tiefrote Zahlen
Dass mit dem Verkauf der Biogasanlage und dem Nahwärmenetz inklusive Strohheizkraftwerk Hermersberg und Hackschnitzelwerk Steinalben der richtige Weg eingeschlagen wurde, um in den nächsten Jahren die Verluste aus diesem Bereich durch den Betrieb der Anlagen für die Verbandsgemeinde nicht noch zu erhöhen, bestätigte sich am Montag bei der Werksausschusssitzung der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben. Die Sparten Biogasanlage und Wärmeversorgung verbuchten 2015 hohe Verluste.
Für die Ausschussmitglieder, denen Wirtschaftsprüfer Harald Breitenbach von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Burrett die Jahresabschlüsse erläuterte, waren das keine neuen Zahlen. Und keine schönen Zahlen. „Können wir das nicht einfach übergehen“, fragte Ausschussmitglied Bruno Weidler schmunzelnd, als es darum ging, dem Verbandsgemeinderat zu empfehlen, die Millionen-Verluste aus dem Hauhalt der Verbandsgemeinde auszugleichen. Breitenbach differenzierte, dass Millionen-Verluste daraus resultieren, dass 2015 schon beschlossen worden war, die Anlagen zu verkaufen. Verkauft werden sie – wie berichtet – in diesem Jahr. Deshalb hätten bereits 2015 die in der Bilanz noch enthaltenen Anlagenwerte auf den zu erwartenden Verkaufswert abgeschrieben werden müssen. Ein Verlust von 4,8 Millionen Euro. Das führe zur Überschuldung des Betriebszweiges und in der Folge dazu, dass die Verbandsgemeinde in die Bresche springen müsse. Dass es keine Alternative zum Verkauf gab, verdeutlichten auch die reinen Betriebsergebnisse, ohne die Sonderabschreibung in Millionenhöhe. „Auch ohne die Sondereffekte wäre ein Minus gemacht worden“, unterstrich Breitenbach. Das wäre mit 786.000 Euro im Betriebszweig Wasser/Biogasanlage/Wärmeversorgung/Fotovoltaik doppelt so hoch ausgefallen wie 2014, erläuterte Breitenbach. Diese Betriebszweige – allesamt steuerpflichtig – werden bilanziell zusammengefasst, intern aber aufgeschlüsselt, erläuterte der Wirtschaftsprüfer. Die Aufschlüsselung zeigte deutlich, dass die Verluste in erster Linie aus dem Betrieb der Biogasanlage stammten (359.000 Euro), die deutlich weniger Strom (ein Minus von 20 Prozent) als geplant produzierte, so dass die Umsätze um 142.000 Euro sanken. Gründe dafür waren neben einer geplanten Revision unfreiwillige Stillstände durch Schadensfälle an der Anlage. Auch im Wärmenetz, wo Lieferverträge mit den Endkunden, wie mehrfach berichtet, keine marktgerechten Preisforderungen ermöglichen, wurde ein Minus 284.000 Euro erwirtschaftet, obwohl 156.000 Kilowattstunden mehr Wärmeenergie verkauft wurden. Dritter Verlustbringer war das Wasserwerk (151.000 Euro), weil dort viel Geld in das Wasserwerk Heltersberg und das dortige Leitungsnetz gesteckt wurde. Die Fotovoltaikanlagen, die die Werke auf verschiedenen Dächern installiert haben, bringen kleine Gewinne. 18.000 Euro 2015. Verbandsbürgermeister Lothar Weber unterstrich, dass mit dem beschlossenen Verkauf jetzt ein Weg eingeschlagen sei, um notwendige Verbesserungen herbeizuführen. Während an diesem Betriebszweig aktuell wenig Freude herrscht, funktioniert der Bereich Abwassereinrichtung gut. Hier wurde ein Gewinn von 197.000 Euro erwirtschaftet, der nach Empfehlung des Ausschusses der allgemeinen Rücklage zugeführt wurde. Erfreulich sei, dass das Werk das dritte Jahr in Folge seine Eigenkapitalquote erhöhen kann, sagte Breitenbach. Die liegt über 60 Prozent, „und damit sicher ganz weit vorne landesweit“, stellte er fest. Notwendige Investitionen konnten ohne Kredite finanziert werden. Angeschafft wurde eine neue Belüftungsanlage für die Kläranlage in Waldfischbach-Burgalben, bezahlt wurden Kanalarbeiten bei Straßenausbauprojekten wie der Lindenstraße in Waldfischbach-Burgalben oder in Heltersberg und Hermersberg. Insgesamt waren 707.000 Euro investiert worden. 166,50 Euro, rechnete Breitenbach vor, habe jeder Bürger in der Verbandsgemeinde im Jahr 2015 für den Bereich Abwassertechnik ausgegeben. Investitionen seien auch in den nächsten Jahren zu erwarten, sagte Weber. Bedingt durch die wiederkehrenden Beiträge für den Straßenausbau laufen in den Kommunen mehr Straßensanierungsprojekte, in deren Zuge auch Abwasser- und Wassertechnik erneuert werden. Um die im Wasserwerk im Jahr 2016 getätigten Investitionen ins Leitungsnetz und die technische Betriebsausstattung zu finanzieren, empfiehlt der Ausschuss, den Verbandsbürgermeister zu ermächtigen, einen Kredit über 185.000 Euro beim billigsten Anbieter aufzunehmen. Aktuell werden in Heltersberg die Ringstraße/An der Steige ausgebaut. Da sich die Gemeinde Heltersberg kurzfristig am Ostersamstag entschloss, doch noch den Gehweg in der Ringstraße auszubauen, rutschte auch die darunter liegende Wasserleitung in den Ausbaubereich. Eine Untersuchung zeigte, dass sie stark verkrustet war. In einer Eilentscheidung wurde beschlossen diese Leitung mit auszutauschen, da die Baufirma noch vor Ort war. 39.300 Euro kostete das netto. 42.000 Euro kostet die geplante Erneuerung der Wasserleitung in der Ringstraße.