Rheinpfalz 140 Jahre alt und voller Besonderheiten

Der Bahnhof in Dellfeld-Falkenbusch und die Bahnlinie der Pfälzischen Eisenbahnen von Annweiler über Dellfeld nach Zweibrücken, die sogenannte Queichtalbahn, werden 140 Jahre alt. Aus diesem Anlass haben einige Privatleute eine öffentliche Jubiläumsfeier für heute, Mittwoch, 16.30 Uhr, im Empfangsgebäude des Dellfelder Bahnhofs organisiert.
„Das ist eine gute Sache für Dellfeld“, freut sich Patrick Jung, ein Dellfelder, dem der Bahnhof in Falkenbusch noch heute am Herzen liegt. „Ich bin teilweise in dem Gebäude groß geworden, da mein Vater dort gearbeitet hat.“ Er hat sich auch aus diesem Grund mit weiteren Privatleuten zusammengeschlossen, um den Festakt zu organisieren. Sie bieten heute Führungen durch die renovierten Räume des ehemaligen Empfangsgebäudes an. Der originalgetreu eingerichtete Salon des Stationsvorstehers und die Kellergewölbe sind zu sehen sein. Die Veranstaltung wird mit dem gleichen Musikstück eröffnet, das seinerzeit die Eröffnung des Bahnhofs eingeleitet hatte. Welches Stück das ist und wer es spielt, soll aber eine Überraschung bleiben. Jung verrät nur: „Es wird eine Erläuterung geben, wie es zustande kam.“ Abgerundet wird die Veranstaltung mit einer Krimilesung. Der Pirmasenser Autor Martin Bähr liest passend zum Thema aus seinem historischen Kriminalroman „Moser und der Tote vom Tunnel“. Der Roman habe einen direkten Bezug zur Queichtalbahn und deren Bau. Vor einigen Jahren verkaufte die Deutsche Bahn das ehemalige Empfangsgebäude an eine Immobilienfirma. Seit diesem Jahr ist es in privater Hand. Der Eigentümer renovierte es in privater Initiative, damit es als Zeugnis der Verkehrsgeschichte erhalten bleiben kann. Das 1875 eingeweihte Gebäude zählt heute zu den am besten erhaltenen seiner Art. Im Erdgeschoss befindet sich ein mechanisches Stellwerk, das bereits 1938 in Betrieb genommen wurde. Das Obergeschoss ist Jung zufolge museal hergerichtet worden, dabei habe man historische Bauteile wie die Türen restauriert. Das Dachgeschoss sei noch immer als Wohnung vermietet. Ohne die 1875 eröffnete Eisenbahnlinie der Pfälzischen Eisenbahnen von Annweiler nach Zweibrücken wäre die Entwicklung von Zweibrücken und Pirmasens zu Industriestädten nicht möglich gewesen. Damals wurde Dellfeld im Ortsteil Falkenbusch angeschlossen, Dellfeld selbst bekam erst 1951 einen eigenen Haltepunkt. Man habe sich 1875 deshalb für Falkenbusch entschieden, weil der Bahnhof auch für die umliegenden Orte gut erreichbar sein sollte, so Jung. In Walshausen gibt es gar eine Bahnhofstraße, obwohl dort gar kein Zug fährt: Die Straße bekam ihren Namen, weil sie zum Bahnhof in Falkenbusch führt. Dort treffen sich zur vollen Stunde die Züge, die zwischen Pirmasens und Saarbrücken fahren. Da die Strecke zu einem großen Teil nur eingleisig ist, hat Falkenbusch auch hier eine wichtige Funktion. Deshalb bekam es 2009 auch einen zweiten Bahnsteig auf der Seite der Schulstraße: Früher mussten die Fahrgäste aus Richtung Zweibrücken nach dem Aussteigen über die Schienen zum Bahnhofsgebäude laufen. Mit dem zweiten Bahnsteig können die Züge aus beiden Richtungen zeitlich enger in den Bahnhof einfahren. Diese Zeitersparnis konnte dafür genutzt werden, dass seit Dezember 2009 auch wieder Züge in Stambach und Einöd halten. Bei der Bahn heißt der Bahnhof Falkenbusch übrigens „Dellfeld“, und der Haltepunkt in Dellfeld heißt „Dellfeld-Ort“. Der Unterschied zwischen Bahnhof und Haltepunkt: Ein Bahnhof hat mindestens eine Weiche und Signale, auf die ein Zug zufahren kann - die rot-weißen, die 45 Grad nach oben klappen oder waagerecht stehen. (cdh/bfl)