Handball RHEINPFALZ Plus Artikel WM-Tagebuch: Zum Glück Parterre

Das Parter in meinem Apartment-Hotel.
Das Parter in meinem Apartment-Hotel.

Die deutschen Handballer träumen von einer Medaille bei der WM in Polen und Schweden. RHEINPFALZ-Redakteur Udo Schöpfer begleitet das Team vor Ort durch das Turnier.

Es war gar nicht so einfach, ein Zimmer in Kattowitz zu finden. Angesichts der Handball-Weltmeisterschat zogen die Preise der verschiedenen Hotels ganz schön an. Ich buchte ein Apartment, war nicht so richtig überzeugt und änderte es kurz vor der Abreise noch einmal. In Kattowitz erkannte ich, dass die Zahl drei bei dem von mir gewählten Apartment nicht die Anzahl der Sterne angab, sondern die Hausnummer. Nicht schlimm. Ich fühle mich wohl!

Gute Lage der Unterkunft

Ich fand Unterschlupf, nicht weit entfernt vom Hauptbahnhof. Auch die Spodek-Arena ist locker zu Fuß zu erreichen, wie sich herausstellen sollte. Ich war ein bisschen angespannt, als ich meinen übergewichtigen Koffer vom Bahnhof durch die Innenstadt von Kattowitz rollte. Ich hatte mein Kommen für den Nachmittag avisiert und erhielt die Antwort, ich möge doch bitte klingeln, dann werde man mir schon Einlass gewähren. Klingeln? Hm. Im November vor dem Fußball-Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem BVB und dem FC Bayern musste ich am Hotel in Dortmund einen Code eingeben, um den Schlüssel aus einem Fach nehmen zu können. Das ist nicht ungewöhnlich, besser ist es aber auf jeden Fall, wenn der Code via Mail zeitig kommt – und nicht erst, wenn man schon längst vor dem Hotel steht.

Eine ältere Dame öffnet

Wie auch immer. Ich klingelte. Nichts. Ich klingelte wieder. Nichts. Erst beim dritten Mal öffnete eine ältere Dame. Es tat mir ein bisschen leid, ich hatte sie in meiner Ungeduld gehetzt. Ich wuchtete meinen Koffer die sechs Stufen hoch. „Sie haben Glück“, sagte sie auf Englisch. „Warum?“ „Ihr Zimmer liegt auf diesem Stock“, erwiderte sie und schaute auf mein Gepäck. Parterre, mehr oder weniger Erdgeschoss also. Es hätte wirklich schlimmer kommen können. Sie blickte vielsagend die anderen Stufen hoch, und geleitete mich aufs Zimmer. „Internet funktioniert?“, brach es aus mir heraus. „Kein Frühstück!“, antwortete sie. „Das haben wir Ihnen doch mitgeteilt.“ Ich klärte das kleine thematische Missverständnis auf. Und ja, ja, das Internet funktioniere.

Madame hatte anscheinend genug gesprochen mit dem anstrengenden Gast aus Germania. „Wenn Sie abreisen, lassen Sie den Schlüssel bitte außen an der Tür stecken!“

Abreisen? Das kam etwas überraschend. Ich bleibe doch zwölf Tage!!!

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