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WM-Tagebuch: Zu Besuch in einem historischen Kino in Kattowitz
Jeden Tag wenn ich von meinem Hügel herabsteige, mein Apartment liegt auf einer kleinen Anhöhe, komme ich am Kinotheater „Rialto“ vorbei.
Zeit für einen Besuch.
Das Kinotheater „Rialto“ wurde 1912 erbaut, gilt als Sehenswürdigkeit der Stadt Kattowitz und hat natürlich schon einiges erlebt. Es ist nicht geschlossen. „Repertuar“ heißt nicht Reparatur, sondern Repertoire.
Hollywood auch, aber nicht vor allem
Am Dienstag sah ich abends viele Gäste vor dem Kino. Der Regisseur Maciej Kawalski stellte seinen neuen Film vor und brachte die Schauspieler gleich mit. Das hat mir Krzysztof Ociepa verraten, einer der Manager des „Rialto“ und verantwortlich für Werbung und Marketing. Sein Kino, so erklärt Krzysztof Ociepa, setzt eher auf europäische Filme und polnische Produktionen. „Hollywood ist bei uns nicht ausgeschlossen, aber wir zeigen sicher nicht Top Gun“, sagte er und deutete auf ein Plakat hinter mit. Es wirbt für den „Großen Gatsby“.
Nach der Pandemie ist das „Rialto“ ungefähr bei 60 Prozent Auslastung im Vergleich zu vorher, erläuterte er. Noch unterstützen lokale staatliche Behörden sein Haus. Wird das Kino überleben angesichts der vielen Streamingdenste? „Ich hoffe es“, sagte er und setzt auf die Leute, die gerne abends weggehen und sich treffen. Kaffee trinken kann man auch in seinem Kino. Zweimal im Monat sind Konzerte. „Ich darf jeden Tag Tagebuch schreiben“, erzähle ich ihm. „Jeden Tag? Viel Glück! Haben wir überhaupt so viele interessante Dinge?“ „Hahahaha.“ Klappt schon!
