Sport „Wir sind in der Verantwortung“
KAISERSLAUTERN (zkk). Trainingsende bei Zweitligist 1. FC Kaiserslautern gestern Nachmittag auf Platz vier auf dem Betzenberg. Trainer Konrad Fünfstück schart die Seinen um sich, schwört sie mit leidenschaftlichen Worten, deutlich vernehmbar für die Kiebitze, auf die Hausaufgabe gegen den MSV Duisburg ein (Anpfiff: Sonntag, 13.30 Uhr). Der Rückrundenstart ist zum Neustart ausgerufen.
Nicht alles war gestern gut, manches hat dem Trainer in der Einheit nach einer sehr intensiven Arbeitswoche nicht hundertprozentig gefallen. „Ich will eine andere Körpersprache sehen“, fordert der Coach lautstark. Und – auch mit Blick auf die Jahreshauptversammlung heute (15.30 Uhr), auf die Kritik an der Vereinsführung appelliert der Coach: „Wir sind in der Verantwortung!“ Wir – das sind der Trainer und die Mannschaft! Als sich der Trainingsplatz leert, schnappen sich Jean Zimmer, Stipe Vucur und Lukas Görtler das prallvolle Ballnetz, sie servieren Flanken und lange Bälle für Kacper Przybylko, der am Torabschluss arbeitet. Gar nicht so einfach, wenn Zlatan Alomerovic, der Mann hinter Marius Müller, zwischen den Pfosten steht. Die Botschaft dieser schweren Tage nach dem bitteren 1:2 gegen den FC St. Pauli ist klar: Gegen das Schlusslicht muss gewonnen werden. Keiner will schließlich schlechter als der Tabellenletzte sein. Der aber führte letzten Sonntag bis zur 85. Minute 2:1 in Leipzig. „Duisburg hat nachgewiesen, dass sie besser sind, als die Tabelle aussagt“, betont Fünfstück und verweist auf die positive Entwicklung, die die „Zebras“ unter der Regie von Ilia Gruev nahmen. Der Bulgare kennt die Lauterer Mannschaft nach zwei Jahren als Co-Trainer Runjaics aus dem Effeff. Er weiß um die Probleme bei der Spielgestaltung, zumal Daniel Halfar gelbgesperrt fehlt, er kennt auch die Torflaute. Sie ist ausschlaggebend für die Heimmisere. „Es ist eine Ergebniskrise“, meint Marcel Gaus, der die Roten Teufel nach auskurierter Sprunggelenkverletzung morgen mit seiner Dynamik beflügeln soll. „Wir möchten die Fans mit einem Heimsieg in die Winterpause verabschieden, uns für die Unterstützung bedanken“, sagt der Trainer, der darauf eingestellt ist, „ein harte Nuss“ knacken zu müssen. „Wir sind in einer Situation, in der wir generell keinen Grund haben, überhaupt einen Gegner zu unterschätzen“, sagt Gaus. Sein Blick geht in Richtung der unteren Tabellenregion. „Abstand wahren und ausbauen“, fordert er. Beim Trainer genießt der 26-Jährige ob seiner Einstellung und seines Charakters einen hohen Stellenwert. „Er hat bei mir zusätzlich die Rolle, sich um unsere Youngster zu kümmern“, sagt Fünfstück. Ihn wurmt das Mittelmaß: „Ein neunter Platz ist eigentlich gar nix! Ich bin natürlich nicht zufrieden, es wäre ja fatal, wenn ich sagen würde, ich bin mit grauem Niemandsland zufrieden. Ich bin ein Vollbluttrainer, der nach Erfolg strebt.“ Mit kühlem Kopf und heißem Herzen will er seine Mannschaft morgen angreifen sehen. „Wir müssen extrem auf der Hut sein“, warnt der Lauterer Trainer. Markus Karl, für den gesperrten Patrick Ziegler dabei, führt die Mannschaft als Kapitän aufs Feld.
