FCK
„Wir müssen langsam in die Pötte kommen“ – Traditionsduell in Magdeburg
Bei Dominik Schad verhält es sich so wie bei der ganzen Mannschaft. „Es geht darum, den Rhythmus wiederzufinden, sich Selbstbewusstsein zu holen“, sagt der lange verletzte Außenverteidiger des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Der FCK hat einen krachenden Fehlstart hingelegt, hinkt den eigenen Ansprüchen einmal mehr deutlich hinterher. Nach sechs Spieltagen stehen fünf Punkte und Tabellenplatz 15 zu Buche.
An diesem Samstagabend nun tritt der FCK zu ungewohnter Zeit – um 18 Uhr (Liveblog auf rheinpfalz.de; die ARD überträgt live im Ersten, auch weil die Bundesliga länderspielbedingt pausiert) – beim 1. FC Magdeburg an. Die Gastgeber können wieder auf die Unterstützung durch ihr Publikum zählen, erstmals in einem Drittligaspiel des FCM gegen den FCK sind Zuschauer zugelassen. Der FCM ist in der Dritten Liga ganz oben dabei, hat acht Zähler mehr auf dem Konto als die Roten Teufel.
Magdeburgs Topscorer kommt aus Frankenthal
„Selbstbewusstsein holst du dir, indem du deine Chancen nutzt, indem du auch mal schlechtere Spiele für dich entscheidest“, sagt Schad, „aber natürlich auch über die Art und Weise, wie du spielst.“ Das ist zuletzt den Magdeburgern gelungen. „Sie nutzen ihre Chancen besser“, betont der 24 Jahre alte Schad mit Blick auf den angriffsstarken Traditionsklub. Der aus Frankenthal stammende Baris Atik (26), 2017/18 beim FCK, ist mit vier Treffern und vier Vorlagen Magdeburgs Topscorer in dieser Anfangsphase der Saison. FCK-Trainer Marco Antwerpen sieht im Europokalsieger der Pokalsieger von 1974 so etwas wie „die Mannschaft der Stunde“ in der dieses Jahr wieder besonders engen Dritten Liga. So oder so – Antwerpen will den „Turnaround schaffen“ – mit diesmal möglichst wenigen individuellen Fehlern seines Teams und besserer Chancenverwertung. Die bisherige Auswärtsbilanz der Lauterer ist erschreckend: drei Spiele, drei Niederlagen, kein einziges Tor.
„Wir müssen langsam in die Pötte kommen, dass wir punkten“, meint Außenverteidiger Schad. Für ihn selbst geht es darum, wieder in die Mannschaft zu kommen. Zuletzt durften auf Schads eigentlich angestammter rechter Seite Philipp Hercher und links Hendrick Zuck ran. Erst die monatelange Pause wegen seines im Oktober 2020 erlittenen Wadenbeinbruchs und dann eine Sprunggelenkverletzung haben den einstigen Leistungsträger zurückgeworfen. „Ich gebe in jedem Training Gas, um mich zu empfehlen“, sagt der flinke Flügelspieler. Viel mehr kann er nicht tun, bis seine Chance kommt.
Der 20. März hat Spuren hinterlassen
Magdeburg, da war doch noch etwas? Das 0:1 der Lauterer am 20. März beim FCM durch Atiks Tor – damals standen beide Teams auf Abstiegsplätzen – hat Spuren hinterlassen. Und es war in der vorigen Saison für beide Teams die Wende zum Besseren. Die Magdeburger wurden mit dem in Mannheim geborenen Trainer Christian Titz am Ende Elfter, die Lauterer schafften es noch auf Rang 14.
„Die meisten waren ja im März dabei und wissen, was uns in Magdeburg erwartet“, sagt FCK-Sport-Geschäftsführer Thomas Hengen. „Wir erwarten immer die Basics, immer eine hohe Laufbereitschaft, wir erwarten, dass wir dagegenhalten. Magdeburg ist eine offensiv spielende Mannschaft. Das wird uns Räume öffnen – und die gilt es zu nutzen.“ Das wäre eine wichtige Voraussetzung dafür, das fehlende Selbstbewusstsein zurückzuerlangen.
Hippe dabei, Winkler, Gözütok und Stehle nicht
Im 20er-Kader, den die Klubs aktuell aufbieten dürfen, ist beim FCK nach RHEINPFALZ-Informationen auch der am Montag von Borussia Dortmund II verpflichtete Innenverteidiger Max Hippe. Von dem 23-Jährigen ist Antwerpen nach den ersten Trainingstagen recht angetan. Zudem sind die zuvor verletzten Kevin Kraus und Mittelfeldspieler Marlon Ritter zurück im Kader der Roten Teufel. Neben dem mit grippalem Infekt ausfallenden 19-jährigen Offensivspieler Simon Stehle müssen gegenüber dem 1:1 am vorigen Samstag gegen den FSV Zwickau nun Defensivmann Alexander Winkler und Mittelfeldspieler Anil Gözütok aus dem Aufgebot weichen.
