FCK
Wieder ein Rücktritt am „Betze“ – auch Martin Weimer hat genug
Nur viereinhalb Wochen nach den Neuwahlen zum ehrenamtlichen Aufsichtsrat bei der digitalen Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern e. V. am 26. Februar ist nun schon das zweite Mitglied des Gremiums zurückgetreten. Der Banker Martin Weimer (61) hat am Mittwochabend seinen Rückzug von allen Ämtern beim FCK erklärt, auch vom Amt des Beirates der Profifußball-GmbH und des Aufsichtsrates der Kommanditgesellschaft auf Aktien KGaA.
Weimer, der sich heftigen Attacken einzelner aus dem FCK-Umfeld ausgesetzt sah, zieht sich nach eigenen Angaben „zuallererst zum Schutze meiner Person, meiner Familie, aber auch zum Schutze des Vereins und seiner Gremien“ zurück.
Valentin Helou als Nachrücker an der Reihe
Am Freitag war der Ende Februar frisch in den Aufsichtsrat des e. V. gewählte Bernhard Koblischeck zurückgetreten. Johannes B. Remy wurde bei der Jahreshauptversammlung als erster Ersatzkandidat gewählt, Valentin Helou als zweiter. Sie sind nun an der Reihe, in den dann wieder fünfköpfigen Aufsichtsrat des e. V. zu rücken. In den Beirat kommt ohnehin bald Giuseppe Nardi aus der Investorengruppe, ein neues KGaA-Aufsichtsratsmitglied soll bei der nächsten FCK-Aktionärsversammlung gekürt werden.
Weimer, der Ende 2019 mit dem „Team Keßler/Merk“ erstmals als FCK-Aufsichtsrat kandidierte und auch damals von den Vereinsmitgliedern gewählt wurde, sah sich einzelnen, aber heftigen Anwürfen ausgesetzt, seine berufliche Tätigkeit bei einer Bank, die auch mit Sportfinanzierungen Geld verdient, sei mit seiner Wiederwahl Ende Februar 2021 nicht vereinbar. Dies verstoße gegen die Vereinssatzung. Weimer war bereits Mitte 2020 zu diesem Finanzdienstleister gewechselt, der von seinem Engagement beim FCK wusste – was auch umgekehrt der Fall war.
Weimer: „Bis heute keine Interessenskonflikte“
„Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich mich in meiner Amtszeit mit der Frage der Compliance (Regel- und Gesetzestreue, d. Red.) auseinandergesetzt habe und dies auch schriftlich dokumentiert wurde“, erklärte Weimer. „Ich sah und sehe bis heute keine Interessenskonflikte zwischen meiner beruflichen Tätigkeit und meiner Amtsausübung beim FCK.“ Der FCK teilte mit, auch der DFB habe bei der „Inkompatibilitätsprüfung 2020/21“ bei der Lizenzierung keine anderen Anhaltspunkte gefunden. Dennoch haben die Attacken gegen ihn, das einstige langjährige Vorstandsmitglied des SC Freiburg, offenbar nun derart überhandgenommen, dass Weimer die Reißleine gezogen hat.
Vom Ende 2019 neu angetretenen „Team Keßler/Merk“ sind nun nach 16 Monaten nur noch der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Keßler und der Beiratsvorsitzende Markus Merk im Amt. Sie wollen es auch bleiben.
Merk sieht „Gruppierung“, die FCK-Erfolge verhindern will
„Mit Martin Weimer verliert der FCK einen herausragenden Kollegen, der mit seiner Expertise am Kapitalmarkt und seiner Erfahrung im Management von Profivereinen dem FCK ehrenamtlich zur Verfügung stand“, sagte Keßler. Weimer, ein Freund Keßlers, hatte Ende Februar die meisten Wählerstimmen bekommen, Koblischeck die drittmeisten.
„Es gibt eine Gruppierung mit einer eigenen Agenda, die nichts anderes im Sinn hat, als jeglichen sportlichen Erfolg und wirtschaftlichen Erfolg zu verhindern“, ließ sich Merk in der FCK-Mitteilung von Mittwochabend zitieren, ohne Namen zu nennen.
Eine ganz wichtige Woche im Abstiegskampf
Für die Roten Teufel geht es auch und gerade sportlich ums Ganze, was Auswirkungen auf alles Wirtschaftliche hat. Sieben Punkte Rückstand haben die Roten Teufel in der Dritten Liga auf das rettende Ufer. Zehn Begegnungen bleiben den Lauterern für die angepeilte Aufholjagd. Am Karsamstag (14 Uhr, Magenta Sport, Liveblog auf rheinpfalz.de) kommt der Hallesche FC, am Mittwoch der FSV Zwickau, am 10. April steigt das Kellerduell beim VfB Lübeck. Fehlen wird beim FCK in jener „Woche der Wahrheit“ auf jeden Fall Hikmet Ciftci. Der Mittelfeldspieler fällt mit einem Muskelbündelriss im Oberschenkel länger aus. Der 23-Jährige hat die Verletzung bei der bitteren 0:1-Niederlage der Roten Teufel beim 1. FC Magdeburg erlitten.
Sessa wieder im Mannschaftstraining
Wieder im Mannschaftstraining ist Mittelfeldspieler Nicolas Sessa. Eine Prognose, wann der 25-Jährige zu seinem dann erst zweiten Drittliga-Einsatz für den FCK kommt, wagt Trainer Marco Antwerpen indes nicht.
