Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Speyer von der Kooperation mit Bundesligist Heidelberg profitieren will

Carl Mbassa (rechts) träumt von dem Aufstieg in die ProA.
Carl Mbassa (rechts) träumt von dem Aufstieg in die ProA.

Basketball-Zweitligist Ahorn Camp Baskets und die MLP Heidelberg Academics aus der Basketball-Bundesliga haben eine enge Zusammenarbeit gestartet.

Carl Mbassa, Trainer der Speyerer, stellvertretender Vorsitzender des Stammvereins, des Basketball-Internats und Mitinitiator der Aktion, erläuterte die Details: „Zunächst geht es um die Verbesserung der Infrastruktur. Und wir nehmen das Spielsystem der Heidelberger an.“

Dabei seien die Kurpfälzer vor eineinhalb Jahren über ihren Sportlichen Leiter, Alex Vogel, auf die Ahorn Camp Baskets zugetreten: „Wir profitieren aber beide“, sagte Mbassa über die im Oberhaus spielenden Heidelberger und Speyer mit seiner Pro-B-Mannschaft: „Heidelberg hat eine sehr gute Jugendarbeit.“ Doch später, gerade der Jugend- und Nachwuchsbundesliga entwachsen, oder soeben noch dort auflaufend, fehle den Talenten der Zwischenschritt. Da sei die Konkurrenz aus Ulm, München, Frankfurt oder Oldenburg mit ihren zweiten Teams weiter. „Da bietet sich Pro B an“, sagte Mbassa.

Entwicklung von Talenten vorantreiben

Sein Verein habe der Idee gleich wohlwollend und positiv gegenüberstanden. „Das war eine grandiose Idee. So kann Heidelberg mit der ProB werben für hochkarätige Jugendspieler, und Speyer bekommt talentierte Jungs, die bei uns spielen, aber auch in Heidelberg trainieren“, sagte der Coach. Es handle sich um eine offizielle, bei der Liga angemeldete Vereinbarung, zunächst auf ein Jahr mit Testphase ausgelegt.

Der Coach betonte, dass beide Vereine eigenständig bleiben, mit eigenen Sponsoren: „Da gibt es nur eine marginale Vernetzung, und für Heidelberg ist das kostensparend. Sie müssen aus ihrem Etat nichts abzwacken.“ Alles sei sehr vielversprechend: „Trainer Danny Jansson und ich verstehen uns gut. Ich nehme gerne seine Offensivsysteme an.“

Toptalente mit Doppellizenz ausgestattet

Die Vorstellungen von Basketball ähnelten sich sehr: „Das ist keine Direktive aus Heidelberg und war auch nicht von ihm gewollt. Es ist nichts aufoktroyiert. Es bringt ja nichts, wenn es für Heidelberg drei verschiedene Systeme gibt. Da wäre nur eine Herausforderung.“ Jansson und Vogel aufseiten der Academics sowie Mbassa und Gerd Kopf, Vorsitzender des Basketball-Internats, auf der anderen Seite, fungieren nun als Ansprechpartner. Die Kooperation lebt: Denn zum Trainingsauftakt der Ahorn Camp Baskets am 18. August liefen auch die mit Doppellizenz ausgestatteten Dominic Vengert und Noah Koch in der Osthalle auf.

„Das sind Toptalente, mein erster Eindruck ist sehr positiv“, sagte Mbassa. Und wenn Sie auch vielleicht noch nicht gleich den Sprung in die Startaufstellung bei den Domstädtern schaffen, gehören sie laut Mbassa doch fest der Rotation an: „Je jünger ein Spieler ist, desto schwerer ist es für ihn.“ Für den Kooperationspartner erachtet er wiederum Neuzugang Leon Geißler als interessant.

Nach Heidelberg umziehen? Ungern!

Speyers eigene Visionen entwickeln sich derweil unabhängig weiter. Auch darauf legt der Initiator Wert. Mittelfristig strebt er die Rückkehr in die Jugendbundesliga JBBL an. Ob es später einmal wieder mit der NBBL klappt, der die ältesten Jugendjahrgänge angehören, hänge von weiteren Projekten ab. Natürlich könne Speyer jetzt auch von Basketballern aus Heidelberg profitieren – oder beide könnten gemeinsam zwei Teams melden. Weitere Fahrten seien den Eltern aber auch nicht zuzumuten.

Was die erste Mannschaft der Baskets betrifft, verliert der Gymnasiallehrer den Traum vom Aufstieg in die ProA nicht aus den Augen. Mit Heidelberg stünde dann auch die passende Halle zur Verfügung. Mbassa wägt ab: „Ja, wir wollen mal ins Finale kommen und den Aufstieg sportlich schaffen. Wir sind aber ein eigener Verein, der in der Stadt Speyer verwurzelt ist. Wir möchten so lange wie möglich hier bleiben. Heidelberg wäre die letzte Option.“ Er schwört auf die Fankultur in der Pfalz und befürchtet nach einem Abwandern schon anfängliche Geisterkulissen.

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