Am Rande Wie Katar die USA mit Morgan Freeman düpiert
So ein bisschen muss man das fast bewundern: das, was WM-Gastgeber Katar mit seinem einstigen Konkurrenten gemacht hat. Wir erinnern uns: Die USA wollten auch Ausrichter sein, unterlagen 2010 bei der Vergabe überraschend dem Wüstenstaat.
Zwölf Jahre später haben die Scheichs die Vereinigten Staaten erneut vorgeführt. Bei der Eröffnungsfeier. Mit dem Schauspieler Morgan Freeman. Als der 85-jährige Oscar-Preisträger im Dialog mit einem gehandicapten Katari über Toleranz und Respekt schwadronierte. Vor einer Tribüne, auf der beileibe nicht nur lupenreine Repräsentanten dieser Werte saßen und sich feiern ließen.
Mandela, Gott und Werbemann
Ausgerechnet Freeman, der Nelson Mandela dargestellt hatte, der tatsächlich für solche Werte steht. Ausgerechnet Freeman, der auch schon Gott gespielt hat in „Bruce Allmächtig“. Vor allem aber: Ausgerechnet Freeman, der 2010 für die Austragung in den Staaten warb, der das Gesicht der letztlich gescheiterten US-Bewerbung war. Und nun spielt er eine Hauptrolle in Katar. Deutlicher kann man dem Kontrahenten die Niederlage nicht unter die Nase reiben.
Freeman hat für seinen Auftritt einen Shitstorm in den sozialen Medien geerntet. Aber ein wenig nachsichtig sollten wir sein. Immerhin hat er nicht nur in „Mandela“ und „Bruce“ gespielt, sondern auch in „Million Dollar Baby“ und dafür sogar seinen Oscar bekommen. Passt irgendwie.