Basketball
Wie die MLP Academics in der Bundesliga bleiben wollen
Vor ein paar Jahren saß Niklas Würzner im Audi-Dome in München und schaute Paul Zipser beim Spielen zu. Das Eigengewächs der MLP Academics Heidelberg bekam große Augen, als er den Nationalspieler, der wie er in Heidelberg seine Karriere startete, in der Bundesliga für den FC Bayern Basketball spielend auf der großen Bühne sah. Am Samstag (18 Uhr) wird Würzner erstmals auf dieser Bühne vorspielen – für den inzwischen 27-Jährigen geht mit der Partie beim Mitteldeutschen BC ein Kindheitstraum in Erfüllung.
Würzner hat den Aufschwung miterlebt
Würzner steht wie kein anderer für den Weg, den die Heidelberger Basketballer in den vergangenen Jahren zurückgelegt haben. Im Alter von 20 Jahren schaffte der Aufbauspieler in der Saison 2014/15 den Sprung in den Kader der Academics. Anfangs saß er fast immer nur auf der Ersatzbank, ehe er sich mit Beharrlichkeit und Fleiß eine immer größere Rolle erarbeitete. Seit ein paar Jahren gehört er zum Stamm der Heidelberger, die zunächst ein sicherer Playoff-Kandidat und zuletzt zum Aufsteiger wurden. Verein, Mannschaft und Eigengewächs wuchsen miteinander – jetzt möchte Würzner wie der Rest seine Bundesliga-Tauglichkeit beweisen.
Der Weg hin zum Klassenerhalt wird lang und steinig, die Heidelberger gelten in der Basketball-Bundesliga (BBL) als Absteiger Nummer eins – vergleichbar mit der Rolle, die die Eulen Ludwigshafen in den vergangenen Jahren in der Handball-Bundesliga einnahmen. Ähnlich wie die Eulen wollen es die Academics auch schaffen, mehrere Jahre drin zu bleiben, um sich dadurch – anders als die Handballer aus Ludwigshafen – dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren.
Die neue Halle ist schon bundesligatauglich
„Das wäre ein Traum“, sagt Branislav Ignjatovic. Der Serbe ist seit sieben Jahren Trainer in Heidelberg und weiß wie kein Zweiter, wie schwer der sportliche Weg in den kommenden Monaten wird. Ignjatovic weiß gleichzeitig, wie gut die Chancen sind, zu einem etablierten Verein in der Bundesliga zu werden. Durch die Einweihung der neuen Arena in Heidelberg sind die Voraussetzungen geschaffen worden, dauerhaft Erstliga-Basketball zu zeigen. Der SNP Dome fasst mehr als 4000 Zuschauer. „Um diese Halle beneidet uns 80 Prozent der Liga“, sagt der Academics-Coach.
Die Arena genügt gehobenen Ansprüchen, der Kader muss das erst noch nachweisen. Große Hoffnungen ruhen dabei auf Kelvin Martin, den die Verantwortlichen vor zehn Tagen unter Vertrag nahmen. Der US-Amerikaner spielte schon in der Saison 2014/15 in Heidelberg, ehe er viele Jahre in der Ersten Liga in Italien seine Klasse zeigte. „Mit ihm bekommen wir einen tollen Spieler zurück, der uns viel Athletik bringt und eine große Rolle einnehmen soll“, lobt Ignjatovic den Rückkehrer.
Zusammenhalt soll die Stärke sein
Neben Martin heißt der Schlüsselspieler Shyron Ely, der schon seit einigen Jahren in Heidelberg spielt, und gemeinsam mit Würzner, Dreier-Spezialist Albert Kuppe und Kapitän Phillipp Heyden den Kern der Mannschaft bildet. In den vergangenen Spielzeiten schafften es die Heidelberger in der Zweiten Liga stets, mit Mentalität und Charakterstärke zu überzeugen – der Zusammenhalt soll auch in der Bundesliga die größte Stärke sein. Diese Eigenschaft wird in den kommenden Monaten von großer Bedeutung sein, denn die Academics werden einige Rückschläge in Form von deutlichen Niederlagen wegstecken müssen.
Möglicherweise wird das auch beim ersten Heimspiel am 29. September gegen das Spitzenteam aus Ludwigsburg der Fall sein, doch daran denkt Ignjatovic noch nicht. Der Serbe fiebert dem ersten Auftritt vor den eigenen Fans entgegen. „Bei dem Gedanken daran bekomme ich eine Gänsehaut“, sagt der 54-Jährige.