FCK
Keine Stadion-Pacht mehr: Oberbürgermeister verärgert
Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) äußerte sich gegenüber der RHEINPFALZ am Mittwoch verwundert über die Art und Weise, wie der FCK die Stadt darüber informiert hat.
Am Gründonnerstag war nach Recherchen der RHEINPFALZ ein Schreiben des Fußball-Drittligisten bei der Stadiongesellschaft eingegangen, zunächst als E-Mail. Oberbürgermeister Weichel war am Ostersamstag von der Geschäftsführung der Stadiongesellschaft über die Hiobsbotschaft informiert worden.
FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt hatte in dem Schreiben die Situation erläutert, in der der Verein derzeit steckt. Keine Fußballspiele, keine Einnahmen. Der Verein sei gezwungen, mit den verfügbaren liquiden Mitteln die derzeitige Phase ohne Zuschauereinnahmen zu überbrücken. Er sehe keine andere Möglichkeit, als die Zahlung der Pacht zunächst einzustellen.
Keine Heimspiele, kein Geld
Der FCK beruft sich nach RHEINPFALZ-Informationen auf eine Allgemeinverfügung der Stadt, wonach Großveranstaltungen bis zum 10. Juli untersagt wurden, und eine Rechtsverordnung des Landes, die das Leben in der Corona-Zeit reglementiert. Unterm Strich: keine Möglichkeit, Heimspiele auszutragen.
Was den Kaiserslauterer Oberbürgermeister massiv ärgert: Das Schreiben erfolgte seitens des Vereins ohne Vorwarnung, ohne persönliches Gespräch. Weichel will nun prüfen, welche rechtlichen Konsequenzen die Aussetzung der Pachtzahlung für die Stadiongesellschaft beziehungsweise die Stadt hat. Die Stadionmiete wird traditionell monatlich vom FCK bezahlt. In der laufenden Saison belief sie sich auf 425.000 Euro. In den nächsten beiden Spielzeiten steigt die Drittligamiete auf 625.000 Euro jährlich.
Weichel will Vertragswerk prüfen lassen
Die Entscheidung des FCK, die Stadionpacht vorläufig zur Zahlung auszusetzen, trifft zusammen mit der Diskussion bei der Stadt, ob sie den neuen Pacht- und Betreibervertrag für das Fritz-Walter-Stadion unterzeichnen soll. Die Neuregelung des Vertrags ist notwendig, um die erneut geminderte Stadionmiete für die nächsten beiden Spielzeiten festzuschreiben, ebenso die vom Verein im Gegenzug geleisteten Zusagen.
Weichel will das neue Vertragswerk, das fertig in der Schublade der Stadiongesellschaft liegt, im Hinblick auf die Auswirkungen prüfen lassen, die eine mögliche Planinsolvenz des Vereins haben könnte.
