Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Warum SV Waldhof-Verteidiger Gerrit Gohlke optimistisch ist

Matchwinner: Gerrit Gohlke gehörte beim Waldhöfer 3:1 gegen Viktoria Köln zu den besten Mannheimern.
Matchwinner: Gerrit Gohlke gehörte beim Waldhöfer 3:1 gegen Viktoria Köln zu den besten Mannheimern.

Gerrit Gohlke nimmt einen neuen Anlauf, sich dauerhaft in der Stammformation des SV Waldhof festzusetzen. Kraft dafür schöpft er in Ludwigshafen.

„Wir sind auf die Parkinsel gezogen“, berichtet der 23-Jährige von dem vor kurzem vollzogenen Umzug. Seit Gohlke, der aus der Nähe von Offenbach stammt, mit einer jungen Frau aus Schifferstadt zusammen ist, bedeutet die Pfalz gleichzeitig Rückzugsort und Energiespeicher. In dem schicken Neubaugebiet auf der Parkinsel in Ludwigshafen könnten der Innenverteidiger uns seine Auserwählte länger bleiben, sofern es dem Defensivspieler gelingt, sich beim SVW unverzichtbar zu machen.

Eben das ist Gohlke, einem hochveranlagten Akteur, bislang nicht gelungen. Im nächsten Sommer endet der Kontrakt des Verteidigers, der sich deshalb in den kommenden Monaten beweisen will und beweisen muss. „So ist der Profifußball“, stellt er sich dem Konkurrenzkampf bei einem ambitionierten Drittligisten. Mit einer bemerkenswert guten Leistung beim 3:1-Sieg beim Ligaauftakt gegen Viktoria Köln, garniert mit dem Treffer zum 2:1, startete Gohlke gut in dieses Vorhaben.

Wolverhampton hatte Interesse

Im Umfeld der Mannheimer warten viele im Grunde seit zweieinhalb Jahren, als Gohlke als 20-Jähriger vom Regionalligisten Kickers Offenbach kam, auf dessen Durchbruch. Schließlich bringt der 1,92 Meter große Athlet alle Anlagen mit, um nicht nur in der Dritten Liga, sondern auch in den höheren Spielklasse zu brillieren. Bis auf die Insel sprach sich das Talent herum, Gohlke zog das Interesse des Premier-League-Klubs Wolverhampton Wanderers auf sich – inklusive eines Treffens mit dem Chefscout der „Wolves“. Allerdings fehlte es Gohlke in der Folge an der für Defensivspieler elementar wichtigen Konstanz – und zuletzt auch am Vertrauen der Verantwortlichen.

„Ich wurde nicht immer fair behandelt“, sagt Gohlke im Blick auf die abgelaufene Saison. Nach einem kapitalen Fehler im Topspiel gegen Braunschweig flog der Verteidiger aus dem Team – und schaffte es anschließend nicht mehr zurück in die Startformation. „Ich hatte davor gute Leistungen gezeigt, und wir waren als Mannschaft erfolgreich. Als ich nach dem Fehler an die Seitenlinie gehabe, stand da schon Jesper bereit“, berichtet Gohlke. Jesper Verlaat war als Innenverteidiger ein teaminterner Konkurrent.

Mehr Vertrauen unter Christian Neidhart

Seit dem Trainerwechsel von Patrick Glöckner hin zu Christian Neidhart hat Gohlke den Kampf um die Stammplätze mit neuem Elan aufgenommen, weil er für sich eine faire Chance sieht, es in die Startformation zu schaffen – und dort zu verbleiben. Beim 3:1 gegen Viktoria Köln machte der Hochbegabte mit einer tadellosen Leistung Werbung in eigener Sache.

Im DFB-Pokal am Sonntag (18 Uhr) gegen den Zweitligisten Holstein Kiel wird Gohlke erneut gemeinsam mit Marcel Seegert die Innenverteidigung bilden und versuchen, ähnlich wie gegen die Kölner dem eigenen Torhüter Morten Behrens stressfreie 90 Minuten zu bescheren. Mit einem Erfolg über die KSV Holstein können die Mannheimer und der Innenverteidiger abermals ihre Ambitionen unterstreichen. Der 23-Jährige fühlt sich bereit und in der Lage, seinen Beitrag zu leisten.

Im Moment stehen die Chancen nicht schlecht, dass Gerrit Gohlke mit seiner Freundin aus Schifferstadt noch eine Weile auf der Parkinsel in Ludwigshafen wohnen bleiben kann.

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