Handball
Warum die kommende Saison für die Eulen Ludwigshafen anders wird
Es wird anders. Vieles wird anders. Nicht nur für die Eulen Ludwigshafen, auch die 19 anderen Handball-Bundesligisten und 19 Zweitligisten müssen sich den neuen Gegebenheiten wegen der Corona-Pandemie anpassen. Sie müssen umplanen, flexibel reagieren, möglicherweise auch improvisieren. Die sich immer wieder ändernden Vorgaben lassen keine langfristige Planung zu.
Nur Vorbereitungsspiele gegen getestete Teams
Die Eulen Ludwigshafen spüren das unmittelbar. So ist die Mannschaft beim Layenberger-Cup in Dansenberg Mitte August eingeladen. „Wir dürfen als Bundesligist aber nur gegen Mannschaften spielen, die sich haben testen lassen“, sagte Teammanager Philipp Grimm am Donnerstag beim offiziellen Trainingsauftakt. Daher ist es offen, ob die Eulen in Dansenberg antreten. Die Testspiele in Ludwigshafen gegen Hüttenberg und Winterthur aber können bislang ausgetragen werden. Cheftrainer Ben Matschke wird ob dieser Richtlinien allerdings wohl häufiger kurzfristig den Vorbereitungsplan anpassen müssen.
Täglich wird Körpertemperatur gemessen
An die neuen Gegebenheiten haben sich die Eulen mittlerweile angepasst. So wird täglich bei jedem Spieler, der die Trainingshalle betritt, die Körpertemperatur gemessen. „Wer über 37,8 Grad Celsius ist, wird heimgeschickt“, sagt Geschäftsführerin Lisa Heßler. Außerdem wird das Team einmal die Woche vom Personal des städtischen Klinikums auf das Coronavirus getestet. „Die Kosten tragen zunächst wir, aber wir suchen nach Partnern, die uns da unterstützen“, sagt Heßler.
Trainingslager in Kitzbüheler Alpen
Ein Partner wurde zumindest gefunden, der den Eulen bei einem Trainingslager unter die Arme greift. Vom 5. bis 9. August fährt die Mannschaft in ein Sportresort nach Hofgarten in den Kitzbüheler Alpen. Dann wird auch Gorazd Škof dabei sein. Der 43 Jahre alte Torwart darf bis 1. August in seiner Heimat Slowenien bleiben. Škof war demnach am Donnerstag der einzige Spieler, der beim Trainingsauftakt fehlte. 19 Akteure waren beim Aufgalopp in Kleingruppen am Schwitzen, darunter auch die Neuverpflichtungen Yessine Meddeb, Hendrik Wagner, Max Kessler, Benedikt Damm und Christian Klimek. Weitere neue Spieler wird es bis zum Saisonauftakt vorerst nicht geben, denn Heßler hat die Kaderplanung zum jetzigen Zeitpunkt als abgeschlossen bezeichnet. „Das heißt aber nicht, dass wir im Laufe der Saison noch etwas tun werden“, sagt die Eulen-Geschäftsführerin.
Neuzugang Klimek fünf Monate ohne Training
Die prominenteste Neuverpflichtung ist Christian Klimek. Der Kreisläufer kehrt zurück zu seinen Wurzeln. Klimek spielte schon von 2008 bis 2014 in Ludwigshafen. Allerdings hat Klimek nun fünf Monate nicht trainiert. Bis zum 30. Juni war er beim TBV Lemgo unter Vertrag. Der Klub hatte alle Spieler in Kurzarbeit geschickt. „Wir duften absolut nichts tun“, sagte Klimek. Für ihn waren es aber dennoch fünf schöne Monate. Denn er durfte miterleben, wie sein vor wenigen Monaten geborener Sohn das Krabbeln lernte und die Welt zu entdecken begann. „Das war ein Glücksfall für mich, der absolute Wahnsinn. Ich konnte mein Frau entlasten und war immer da“, verriet Klimek. Nun aber wird er ranklotzen – müssen. „Ich bin aber topfit, habe für mich Kraft und Grundlagenausdauer trainiert“, sagte Klimek. Für ihn und für den Rest des Teams gibt es nur ein Saisonziel: der Klassenverbleib. „Ich will diesen aber nicht erst am letzten Spieltag sicher haben“, sagt Klimek.
Ende August wird Spielplan veröffentlicht
Der erste Spieltag steht zwar offiziell noch nicht fest, doch der wird aller Voraussicht nach am 2. Oktober sein. Denn nun informierte die HBL in einer Mail, dass die Zweite Bundesliga am 2. Oktober loslegt – mit zwei Spielen pro Woche, also so wie in der Vergangenheit auch. „Ende August soll der offizielle Spieltag der Bundesliga rauskommen“, sagte Lisa Heßler.
Ob die Runde dann mit Zuschauern oder ohne begonnen wird, ist noch nicht geklärt. Zumindest wird die Friedrich-Ebert-Halle, die Heimspielstätte der Eulen, dann bespielbar sein. Diese Signale hat Heßler von der Stadt erhalten. Derzeit ist die Halle nämlich noch Corona-Notquartier.
Der Kader
Tor: Gorazd Škof, Martin Tomovski, Leon Hoblaj
Rückraum rechts: Jannek Klein, Yessine Meddeb
Rückraum Mitte: Dominik Mappes, Max Neuhaus, Pascal Bührer, Jan Remmlinger
Rückraum links: Gunnar Dietrich, Azat Valiullin, Hendrik Wagner
Rechtsaußen: Pascal Durak, Alexander Falk
Linksaußen: Jonathan Scholz, Jannik Hofmann, Max Kessler
Kreis: Christian Klimek, Maximilian Haider, Benedikt Damm.