Fussball
Warum der FC Bayern München auch keine Mühe gegen Hoffenheim hat
Die Ereignisse in der 30. Minute dokumentieren bestens, warum sich der FC Bayern auch gegen die TSG 1899 Hoffenheim durchsetzte. Der Champion befreite sich aus der eigenen Hälfte, Thomas Müller ließ gegen die Bayern-Leihgabe Chris Richards nicht locker, setzte sich in dem Duell durch, passte (irgendwie) zu Robert Lewandowski und der Weltklasse-Stürmer markierte mit einem großartigen Schuss das 2:0 für die Bayern. Das war – nicht zuletzt – ein Tor des Willens. Thomas Müller überzeugte wieder einmal als „Zehner“. Er war an jeder guten Aktion beteiligt.
Die Gäste, die mit dem Vorhaben angereist waren, die Bayern zu ärgern, gerieten früh auf die Verliererstraße. Serge Gnabrys Tor in der achten Minute zählte nach Überprüfung wegen eines Foulspiels nicht, acht Minuten später war der Rechtsaußen dann erfolgreich. Die Bayern legten sich die Hoffenheimer zurecht, nach einer Runde Tikitaka kam der Ball von dem starken Juwel Jamal Musiala zu Gnabry, der das 1:0 erzielte, indem er Oliver Baumann im Tor der Hoffenheimer tunnelte. Bereits in der zweiten Minute lag das 1:0 in der Luft, doch Robert Lewandowski setzte seinen Heber nicht präzise genug an.
Kimmich begründet seine Zweifel an einer Impfung
Keine Zeit zu verlieren: Nach dem am Ende fulminanten 4:0-Auftritt in der Champions League am Mittwoch bei Benfica Lissabon und kurz vor dem DFB-Pokalspiel am kommenden Mittwoch bei Borussia Mönchengladbach gaben sich die Bayern keine Blöße, sie schalteten erst nach der Pause einen Gang zurück und ließen die Hoffenheimer ein bisschen spielen. Ohne Christoph Baumgartner (positiv auf Corona getestet) fehlte den Kraichgauern die Durchschlagskraft. Und ja, auch die Überzeugung. Sie waren zu brav. Den Schwung vom 5:0 gegen den 1. FC Köln konnten sie nicht mitnehmen. Die einzig richtige Möglichkeit vergab Ihlas Bebou kurz nach der Pause. Seine Direktabnahme zischte am Tor vorbei. „Die Enttäuschung ist groß. Es ist total bitter. Vielleicht kommen wir noch mal rein, wenn der Ball ins Tor geht“, meinte David Raum. Die beiden letzten Treffer fielen spät, zunächst staubte Joker Eric Maxim Choupo-Moting in der 82. Minute ab, in der 87. Minute traf noch Kingsley Coman zum 4:0.
Bayerns Co-Trainer Dino Toppmöller, der den an Corona erkrankten Boss Julian Nagelsmann wie schon in Lissabon vertrat, erlebte einen alles in allem entspannten Nachmittag. Der jüngst herausragende Leroy Sané machte mit Blick auf den Pokalschlager erst in der Schlussphase mit, der aufmerksame Lucas Hernandez blieb in der Halbzeit in der Kabine und auch für Thomas Müller war früher Schluss. Ein Thema gestern: dass Joshua Kimmich nicht geimpft ist. „Das stimmt, ich habe Bedenken mit Blick auf Langzeitstudien. Es ist aber nicht so, dass ich ein Corona-Leugner oder Impfgegner bin“, erklärte er.
Das Match gegen Hoffenheim war das erste Heimspiel des FC Bayern vor großer Kulisse seit dem 8. März 2020 – damals gab es ein 2:0 gegen den FC Augsburg.