Handball
Wagners Dutzend zu wenig
Die Stadt Aue befindet sich im wunderbar gelegenen Erzgebirge, einem wirklich sehenswerten Fleckchen Erde. Doch die Schönheiten der Umgebung spielten bei den Reiseplänen der Zweitligahandballer aus Ludwigshafen keine Rolle. Sie fuhren bereits einen Tag vor dem Auswärtsspiel beim EHV Aue nach Sachsen, um sich in Ruhe auf diese schwere Auswärtsaufgabe vorbereiten zu können. Am Ende hatte sich diese Planung allerdings nicht gelohnt, denn die Dienstreise in den Osten blieb ohne Ertrag. Die Eulen verloren 29:30 (16:16).
„Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Aber ich ärgere mich sehr, dass wir in der zweiten Halbzeit einfach zu undiszipliniert waren, technische Fehler machten und die Bälle förmlich wegschmissen“, analysierte Eulen-Trainer Ceven Klatt. So habe sein Team den Gegner aus Aue stark gemacht. Wie erwartet, entwickelte sich ein enges Spiel. In der ersten Viertelstunde gelang es keinem Team, sich abzusetzen. Mitte der ersten Hälfte hatten beide Mannschaften jeweils acht Treffer erzielt. Dann verschaffte sich der Erstliga- Absteiger etwas Luft, in dem Stefan Salger das Spielgerät zum 11:8 in den Auer Maschen versenkte. Er und sein Aufbaukollege Hendrik Wagner, mit zwölf Treffern bester Werfer der TSG, sorgten immer wieder für Torjubel.
Holpriger Start
Ein Selbstläufer wurde die Partie deshalb aber noch lange nicht. Vielmehr glich Goncalo Ribeiro in der 28. Minute für die Gastgeber aus (15:15). Mit diesem Gleichstand ging es schließlich auch in die Pause. Der Start in den zweiten Durchgang verlief für das Team von Trainer Klatt etwas holprig. In dieser Phase konnte sich der Auer Torhüter Erik Töpfer immer wieder auszeichnen. Da der EHV im Angriff allerdings keine maximale Ausbeute verbuchte, blieb es eng (18:18/38. Minute) Dann wurden die 738 Zuschauer in der Erzgebirgshalle Lößnitz noch lauter, als ihre Mannschaft auf 21:18 davon zog.
Aber die Eulen blieben dran, was vor allem daran lag, dass Ziga Urbic im Ludwigshafener Kasten immer wieder Würfe parierte und so entscheidende Vorarbeit dafür leistete, dass Wagner in der 49. Minute zum abermaligen Gleichstand traf (23:23). Die Wende wurde damit aber nicht keineswegs eingeläutet. Im Gegenteil, denn Ludwigshafen lag drei Minuten später erneut zurück (23:26).
Klatts Kritik
Richtig ungemütlich wurde es, als die Hausherren auf 28:24 erhöhten (55.). Dem ehemaligen Erstligisten gelang es trotz einer offensiven Deckung nicht mehr, wenigstens einen Punkt mitzunehmen. „Wir haben aus dem Rückraum gut getroffen, konnten aber im Angriff unsere Außen nicht wie gewünscht in Szene setzen. Auch in der Abwehr haben meine Männer zu wenig den Körper eingestellt und untereinander geholfen“, bemängelte Ceven Klatt. Viel Zeit, sich über die Niederlage Gedanken zu machen, hat sein Team aber nicht. Schon am Dienstag geht es im DHB-Pokal gegen Minden.
So spielten sie
EHV Aue: Töpfer, Petursson - Roch (1), Bornhorn (5/2), Egilsnes, Roth (1), Bombelka (1), Dutschke (1), Slachta (3), Schauer, Kammlodt (4), Paraschiv (2), Halfdansson (8) , Ribeiro (4)
Eulen Ludwigshafen: Urbic, Asanin - Salger (8), Dietrich, Eisel, Keskic (1), Haider (1), Remmlinger (2), Falk (2), Hofmann, Bührer (1), Wagner (12/2), Meddeb, Neuhaus, Klimek (1), Klein (1)
Spielfilm: 4:4 (10. Minute), 6:6 (13.) 8:8 (17.) 9:12 (22.), 11:14 (24.), 15:15 (28.) , 16:16 (30.), 18:18 (37.), 22:19 (44.), 23:23 (49.), 28:24 (55.), 30:29 (60.) - Strafminuten: 8/6 - Siebenmeter: 2/2 - 2/2 - Beste Spieler: Halfandsson - Wagner - Zuschauer: 738 - Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg).