Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Vor dem Derby Eulen gegen Löwen: 15 Stunden Arbeit, um 450 Tickets zu vergeben

Handball in Corona-Zeiten: 500 Fans dürfen am Dienstag beim Spiel der Eulen gegen die Rhein-Neckar Löwen dabei sein.
Handball in Corona-Zeiten: 500 Fans dürfen am Dienstag beim Spiel der Eulen gegen die Rhein-Neckar Löwen dabei sein.

500 Personen dürfen dabei sein, wenn die Eulen Ludwigshafen am Dienstag (19 Uhr) in der Handball-Bundesliga zum Derby die Rhein-Neckar Löwen in der Friedrich-Ebert-Halle empfangen. Der Aufwand dafür war im Vorfeld immens. Die Löwen mussten zum Saisonstart gegen den TVB Stuttgart gar ganz auf Fans verzichten. Eine schwierige Situation für die Klubs.

„Es kann sich keiner vorstellen, was das für ein Zeitaufwand ist.“ Lisa Heßler hatte mit ihrem Team der Eulen-Geschäftsstelle eine Nachtschicht eingelegt. Am Montag wurden die letzten 50 Tickets fertiggestellt. „Für 450 Karten hatten wir 15 Stunden gebraucht“, sagt die Geschäftsführerin. Jede Karte musste personalisiert und dann per E-Mail verschickt werden.

Den Eulen ist es bei der Ticketverteilung wichtig, „für eine faire Aufteilung zwischen den Inhabern von VIP-Karten und Inhabern der Dauerkarte Plus zu sorgen“, sagt die Geschäftsführerin. Wohl wissend: „Jedem können wir es nicht recht machen.“ Die Eulen haben rund 1100 Dauer- und VIP-Karten abgesetzt. Sehr dankbar ist sie zahlreichen Partnern, die von sich aus entweder auf ihr komplettes Kontingent oder auf Teile verzichten, damit Fans Karten bekommen.

Beim nächsten Mal sollen andere bevorzugt werden

Sollte es beim nächsten Heimspiel am 15. Oktober gegen den SC Magdeburg bei 500 zugelassenen Zuschauern und somit beim gleichen Verfahren bleiben, sollen bei der Verlosung der Tickets dann diejenigen bevorzugt werden, die für das Spiel gegen die Löwen nicht zum Zuge kamen, erläutert die Geschäftsführerin.

Ihre große Bitte generell an alle Dauerkarteninhaber: Sie sollen unbedingt ihren Maileingang prüfen, ob sie Karten für das Derby bekommen haben. Und nur diese zugesandten Tickets berechtigen auch zum Einlass. „Sollte jemand die Karten nicht nutzen können, wäre es klasse, wenn er uns Bescheid geben könnte, damit wir wiederum die Tickets an andere Fans weiterreichen können“, betont die Geschäftsführerin.

Treue Fans und Partner

Ein aufwendiges Verfahren, das „wir nicht 19 Mal so machen können“, sagt Heßler. Sie ist dennoch dankbar, dass Fans überhaupt in die Halle dürfen. Auch finanziell könnten die Eulen eine Saison mit jeweils 500 Zuschauer bei 19 Heimspielen nicht durchstehen, wie sie betont. Äußerst dankbar ist sie für die 1100 abgesetzten VIP- und Dauerkarten. „Treue Fans“, wie die Geschäftsführerin sagt, die dem Klub mit den Partnern in einer schwierigen Zeit helfen.

Auch die Löwen haben Staatshilfe beantragt

Wie lange können die Löwen ohne Zuschauer durchhalten? „Das ist eine Frage, die ich nicht mit einem Datum beantworten kann, weil es davon abhängt, wie die Zeit danach aussieht. Wir hatten mal eine Worst-Case-Planung gemacht bis zum Ende des Jahres. Aber dann kommt es ja darauf an, wie es im neuen Jahr aussieht, wie die Auslastung dann sein kann“, erläutert Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann der RHEINPFALZ. „Was Fakt ist, ist, dass wir auch diese Staatshilfe beantragt haben, was zunächst einmal eine Hilfe sein könnte, was das Wirtschaftliche angeht.“

Zuversicht auf wirtschaftliches Überleben in der Krise

Anderswo befeuert der geglückte Saisonstart in der Bundesliga die Zuversicht der Branche auf ein wirtschaftliches Überleben in der Corona-Krise. Nach dem reibungslosen Auftakt vor Zuschauern – nur bei der Partie der Rhein-Neckar Löwen gegen den TVB Stuttgart gab es ein Geisterspiel – sieht sich die Liga in ihrem Konzept bestätigt und hofft zeitnah auf weitere Erleichterungen für die Vereine. „Organisatorisch war alles in Ordnung. Darauf können wir aufbauen und der Politik beweisen, dass wir das gut können“, sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Ende Oktober erwartet der 55-Jährige von der Politik „noch einmal eine bundesweite Empfehlung“.

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