Pferdesport
Voltigiererin Chiara Congia: Stammgast bei der Siegerehrung
„Ich bin sehr zufrieden“, sagte Chiara Congia und strahlte. Die 24-Jährige aus Offenbach, die in Köln Psychologie studiert und für den Voltigierverein Köln-Dünnwald startet, eilte am Wochenende von Siegerehrung zu Siegerehrung. Mit ihrem Team Norka gewann sie am Samstag die Mannschaftswertung. Und das, obwohl im Pflichtumlauf am Freitag und in der Kür am Samstag nicht alles rund lief.
Auch an der Seite ihres Doppelpartners Justin van Gerven gab es am Samstag im ersten Umlauf des Pas de Deux ein paar Momente zum Atemanhalten. „Wir hatten schon ein, zwei Schwierigkeiten“, erzählte Congia. Zeit zum Grübeln hat man auf dem Pferd aber nicht. „Da muss man kühlen Kopf bewahren“, sagte sie. Congia und van Gerven zogen ihr Programm durch, siegten im ersten Umlauf.
Für Steverding reicht es nicht
Am Sonntag legten sie noch eine Schippe drauf, schrammten knapp an der Note neun vorbei. Die beiden stehen derzeit einsam an der Weltspitze. Das war schon zu einem frühen Zeitpunkt der Saison zu sehen, als sie bereits Anfang Mai ihre Nominierung für die Weltmeisterschaft im dänischen Herning in der Tasche hatten.
Diese Nominierung war auch das Ziel von Hannah Steverding. Die 23-jährige Sportsoldatin aus Herxheim stand vor dem CHIO in Aachen unter Druck. Die drei Runden in der Albert-Vahle-Halle waren die letzte Sichtung. Drei Startplätze im Damen-Einzel hat Deutschland, Alina Roß (Userin) und Kathrin Meyer (Hamburg) galten schon vor Aachen als gesetzt. Um den dritten Startplatz kämpfte Steverding mit Julia Sophie Wagner (Delitzsch) und Pauline Riedl (Aachen). Steverding patzte nach tollem Pflicht- und Technikprogramm in der Kür und musste ihre Hoffnungen auf das Ticket fahren lassen.
„Es war eine knappe Entscheidung“, räumte Bundestrainerin Ulla Ramge ein. Steverding ist erste Reserve, sollte eine der drei Starterinnen im Vorfeld der WM ausfallen, würde sie nachrücken. „Die Enttäuschung ist natürlich groß. Damit geht ein großer Traum nicht in Erfüllung, was natürlich schmerzhaft ist“, sagte Steverding.
Sieg auch mit der Mannschaft
Als sie mit ihrer Longenführerin und Trainerin Sophie Kuhn schon auf dem Weg in die Südpfalz war, feierte Congia nicht nur den Sieg in der Doppelkonkurrenz. Ihr Team Norka war Teil der Mannschaft Deutschland 1, zu der noch die Einzelvoltigierer Thomas Brüsewitz (Köln) und Jannik Heiland (Wulfsen) gehörten, die sich um den Sieg im Nationenpreis bewarb. Nach den beiden Einzeln war der Ausgang offen, das Kölner Team brachte den Sieg. Als die Note 9,356 für die Kür durchgesagt wurde, tobten die Zuschauer in der Albert-Vahle-Halle.
„Wir sind heute besser ins Programm gestartet und konnten uns noch mehr Sicherheit erturnen“, sagte Kölns Trainer und Longenführer Patric Looser. „Es war eine Freude, das anzuschauen“, lobte Ramge, die am Ende des Jahres ihr Bundestraineramt aufgeben wird.
Auch Congias Team Norka war bereits Anfang Mai für die WM nominiert worden. Die Leistung der Kölner hat die frühe Entscheidung bestätigt: „Wenn es so deutlich ist, kann man direkt nominieren“, sagte Ramge angesichts der Dominanz.