1. FC KAISERSLAUTERN RHEINPFALZ Plus Artikel Vierter Frühling: FCK-Führungsspieler Kevin Kraus fit und in Form

Er erzielte den 2:1-Siegtreffer des FCK gegen Hannover: Innenverteidiger Kevin Kraus (links).
Er erzielte den 2:1-Siegtreffer des FCK gegen Hannover: Innenverteidiger Kevin Kraus (links).

Kevin Kraus ist zurück in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Mit dem 1. FC Kaiserslautern hat der 29-Jährige einen guten Saisonstart hingelegt. Der Abwehrspieler geht voran und steht auch für wichtige Tore. Er fühlt sich trotz hoher Belastung und großer Hitze fit.

Es war einer dieser ganz speziellen Momente. Der FCK, gerade wieder in die Zweite Fußball-Bundesliga aufgestiegen, wollte sich nicht mit einem 1:1 zum Auftakt gegen Hannover 96 zufrieden geben. Die Mannschaft emanzipierte sich ein Stückchen von ihrem Trainer Dirk Schuster – und entschied sich für volles Risiko. Schlussoffensive. Innenverteidiger Kevin Kraus gelang nach Ecke das von den meisten der 40.579 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion umjubelte 2:1-Siegtor. Was für ein Auftakt für die Zweitliga-Rückkehrer, die zuvor vier harte Jahre in der Dritten Liga darbten, Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeschlossen.

„Ja, das war schon ein besonderer Moment. Den haben wir uns als Mannschaft erarbeitet, haben alles auf dem Platz gelassen“, sagt Kraus nun drei Wochen nach dem furiosen und für die Roten Teufel so erfolgreichen Endspurt in der Auftaktpartie gegen die Roten aus Niedersachsen.

Vorfreude auf St. Pauli – über 36.000 Tickets verkauft

Zum dritten Punktspiel der Saison empfängt der FCK am Sonntag (13.30 Uhr, Sky, Liveblog auf rheinpfalz.de) nun den FC St. Pauli. „Spiele gegen St. Pauli sind immer Höhepunkte. St. Pauli bringt viele Fans mit, hat eine Mannschaft mit viel Qualität. Dass solche Teams wieder auf den Betzenberg kommen, darauf haben wir jahrelang hingearbeitet“, sagt Kraus mit Blick zurück auf schwere Zeiten in der Drittklassigkeit. Mehr als 36.000 Karten hat der FCK für sein Heimspiel gegen die Hamburger bisher verkauft.

Sowohl der FCK als auch St. Pauli sind mit vier Punkten aus ihren ersten beiden Spielen gut aus den Startlöchern gekommen, beide Klubs können damit sehr zufrieden sein. St. Pauli bezwang den ambitionierten 1. FC Nürnberg zum Start mit 3:2, spielte bei den ebenfalls hoch gehandelten Hannoveranern 2:2. Im DFB-Pokal siegte St. Pauli knapp 4:3 bei West-Regionalligist SV Straelen. Verteidiger Jakov Medic erzielte das späte Siegtor, der griechische Neuzugang Manolis Saliakas hatte Rot quittiert.

Raus aus „Oberamateurhausen“

Der FCK musste im Pokal gegen den Finalisten der Vorsaison SC Freiburg trotz eines engagierten und über weite Strecken auch spielerisch guten Auftritts am Sonntag die Segel streichen. Wie zuvor beim 2:2 in Kiel brockten sich die Lauterer auch beim 1:2 nach Verlängerung gegen Freiburg beide Gegentore nach Standardsituationen ein. Besonders das 1:1 nach einer schnell ausgeführten Ecke ärgerte FCK-Coach Schuster, er sprach von „Oberamateurhausen“. Unterm Strich war er aber stolz auf sein in der ersten Hälfte klar besseres Team.

„Wir sind vorne gut angelaufen, was es uns hinten einfacher macht“, sagt Kraus, der erfahrene Mann im Abwehrzentrum. „Wir haben vor allem aus dem Spiel heraus alle gut verteidigt, kaum Großchancen zugelassen.“

Bei Standards konzentriert auf Laufwege achten

Jetzt gelte es, das Abwehrverhalten bei gegnerischen Standards zu verbessern, vor allem bei Ecken. „Da müssen wir noch mehr auf die Laufwege achten, noch konzentrierter gegen den Mann arbeiten“, sagt Kraus. „Wir sind zwar auf die Situationen vorbereitet, müssen aber auch hellwach sein, wenn sich der Gegner dann mal was anderes einfallen lässt.“ Der 29-Jährige weiß: „Standards können immer häufiger Spiele entscheiden, das hat man in den vergangenen Jahren gesehen.“

Doch insgesamt sieht der umsichtige, sehr abgeklärt spielende Kraus in seinem gefühlten vierten Frühling sich selbst und den FCK auf einem guten Weg. „Ich fühle mich fit, arbeite präventiv viel für mich selbst“, sagt der gebürtige Wiesbadener, der 2018 von Zweitligist Heidenheim zum FCK kam und jetzt wieder Zweite Liga spielen darf. „Die ersten Saisonpartien haben gezeigt, dass wir immer an die Leistungsgrenze gehen müssen.“ Auch bei sehr hohen Temperaturen.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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