Sport
Valentino Klos: Adler Mannheim statt FCK
Die Mutter Kaiserslautererin, der Vater Italiener: Da muss doch ein Fußballer bei rauskommen. Doch denkste: Valentino Klos hat zwar auch gekickt, entschied sich dann aber für Eishockey. Alles richtig gemacht, wie die Adler Mannheim dem Sturmtalent jetzt signalisierten.
Wer gedacht hatte, beim deutschen Meister herrsche dicke Luft nach dem 1:6-Debakel am Sonntag in Schwenningen, sah sich getäuscht. Am Mittwochvormittag im Training jedenfalls. Da wurde viel gelacht. Da wurde der euphorisch jubelnde Penaltysiegtorschütze Mark Katic von seinen Mannschaftskollegen über halbe Feld gejagt. Und da durfte Stürmertalent Tim Stützle (17) am Taktikbrett eine neue Übung erklären, die Jungadler-Coach Frank Fischöder gern im Training anwendet. „Keiner konnte diese Übung besser erklären als er“, klärte Cheftrainer Pavel Gross lächelnd auf. Auch er war guter Laune. Am Tag zuvor war Tacheles geredet worden. Über Schwenningen, auch über die mitunter grotesk sinnlosen Strafen in dieser Partie. „Weggearbeitet“ sah Gross das Thema. Alle Konzentration gilt fortan den kommenden Heimaufgaben am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Straubing Tigers und am Sonntag (17 Uhr) gegen die Nürnberg Ice Tigers.
Dass dann auch Valentino Klos (19) nach seinem Debüt in der Deutschen Eishockey-Liga wieder im Kader stehen wird, dürfte sicher sein. Am Dienstag vor einer Woche erhielt er nach dem Training bei Zweitligist Heilbronn den Anruf von Adler-Teamleiter Youri Ziffzer, dass er doch bitte nach Mannheim kommen möge. Am Freitag stand der Förderlizenzler dann in der Partie gegen Augsburg (8:3) auf dem Eis, am Sonntag gelang ihm in Schwenningen sein erstes DEL-Tor. Hat ihm jemand den Premierenpuck gesichert? „Ich sah, dass Sinan Akdag zum Tor ging, aber noch habe ich nichts bekommen“, sagt der Stürmer. Kann sein, dass die Kameraden das Souvenir noch etwas ausschmücken.
In Kaiserslautern geboren
Gleichwie: Als „Meilenstein“ seiner Karriere bezeichnet er Debüt und Tor, auch wenn sich nach dem Pleite in Schwenningen natürlich erstmal ein „Scheißgefühl“ einstellte. Jetzt aber freut sich Klos, der mit den Jungadlern dreimal deutscher Nachwuchsmeister wurde, auf seine nächsten Aufgaben. Geboren ist er in Kaiserslautern, seine Mutter stammt aus der Pfalz und lebt auch dort. Sein Vater ist Italiener, und so lebte die Familie nach seiner Geburt neun Jahre lang in Verona. Wieder zurück in der Pfalz fuhr der kleine Valentino zweigleisig: Fußball – wie sich das in „KL“ so gehört – und Eishockey, bei den Maddogs Mannheim. Viel Fahrerei, „mein Vater hat das gemanagt“, erzählt Klos lachend. Beim FV Weilerbach kickte er, sogar ein Probetraining beim FCK war schon avisiert. Doch letztlich entschied er sich fürs Eishockey.
Endras’ Einsatz ist fraglich
Wie einst Moritz Wirth, der neue, aus Nürnberg gekommene Jungverteidiger der Adler. Er wurde in Frankfurt geboren, seine Mutter stammt aus Worms. „Familie und Freunde planen zu kommen, wenn ich hier spielen darf“, berichtete der 20-Jährige. Wann ist noch offen, ebenso wie die Frage, ob Torwart Dennis Endras am Freitag ran kann. Wegen einer „Kleinigkeit“, so Pavel Gross, fehlte er im Training, wurde spaßeshalber von Youri Ziffzer (33) zwei Jahre nach Ende der aktiven Laufbahn des jetzigen Teamleiters ersetzt. Dicht vorm Comeback steht derweil Verteidiger Thomas Larkin.