Handball
Torfabrik der Rhein-Neckar Löwen: Auch an Weihnachten auf Hochtouren
602 Tore! Kein Team war torhungriger. Die Löwen zeigten vor 7741 Zuschauern noch einmal das, was sie bislang auszeichnete. Da war das rasante Konterspiel mit dem überragenden Juri Knorr, dem besten deutschen Akteur der Hinserie, der im Zusammenspiel mit Jannik Kohlbacher die Abwehr von Hamm vor unlösbare Probleme stellte. Und da war vor allem auch eine leidenschaftliche Abwehrarbeit mit dem erneut starken Torhüter Mikael Appelgren. Wie im Pokal-Achtelfinale in Melsungen durfte er für Joel Birlehm ran.
Mikael Appelgrens Traum
Mikael Appelgren. Was ein Unterschied zum Jahresende 2021. Damals war alles unsicher. Die sportliche Zukunft des Torhüters, der Zeitpunkt seines Comebacks, kurz: wie es überhaupt weitergehen würde. Im März kehrte er nach zwei Jahren Verletzungspause zurück und arbeitete sich Stück für Stück wieder heran. „Auf jeden Fall ist das ein großer Unterschied zum vergangenen Jahr. Es ist schön, wieder zu spielen. Schön, dass wir im letzten Spiel zu Hause einen Sieg landen konnten“, meinte der Torhüter. „Nach unruhigen Jahren haben wir mit Sebastian Hinze unseren Weg gefunden“, betonte der Keeper.
Bei der WM dabei
Lohn all der Mühen: Der 33-Jährige schaffte tatsächlich noch den Sprung in das Aufgebot der schwedischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft im eigenen Land und in Polen. „Es sind 17 Europameister und ich komme dazu. Das ist ein Traum. Ein neuer Trainer, eine neue Mannschaft. Das ist wie ein Debüt für mich. Ich habe es einen Tag vor der offiziellen Bekanntgabe erfahren“, berichtete der Torhüter, der im schwedischen Team auf seinen alten Weggefährten Andreas Palicka trifft.
In der zweiten Halbzeit der Partie gegen den überforderten Aufsteiger machte dann der Nachwuchs mit: Robert Timmermeister, Magnus Grupe, David Moré und Fabian Schwarzer sammelten Bundesliga-Minuten. „Glücklich und zufrieden“, zeigte sich Löwen-Trainer Sebastian Hinze. „Wir haben das in beiden Wettbewerben sehr souverän gemacht. Die Punkteausbeute war nicht zu erwarten, da haben wir überperformt. Das haben wir uns verdient. Das Wichtigste ist mir, dass das System läuft, dass die Jungs Gas geben. Dass diese Intensität im Spiel ist, diese Euphorie, dieses Feuer. Das Fazit fällt extrem positiv aus. Die Spieler haben alles liegen lassen und eine eigene Geschichte geschrieben“, sagte Hinze.
Starker Löwen-Block
Patrick Groetzki fand: „Das Jahr ist besser verlaufen, als wir gedacht haben.“ Der Rechtsaußen ist einer von vier Löwen, der für Deutschland bei der WM dabei ist – neben Juri Knorr, Jannik Kohlbacher und Joel Birlehm. Bundestrainer Alfred Gislason kann sich auf einen starken Block freuen.
Im dänischen Kader fehlt Niclas Kirkelökke. Aalborgs Mads Hoxer hat ihn und Jacob Lassen vom HSV Hamburg ausgestochen. Kirkelökke kam nach einer Verletzung in der Vorbereitung nur schwer in Tritt. Auch der so großartige Olle Forsell Schefvert ist bei Schweden nicht am Start.