Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Titelverteidiger Bayern München gibt sich nach dem 2:3 gegen Paris längst noch nicht auf

Neymar (Mitte), der mit drei Assists ein starkes Spiel ablieferte, scheitert an Bayern-Torhüter Manuel Neuer. Links Lucas Hernán
Neymar (Mitte), der mit drei Assists ein starkes Spiel ablieferte, scheitert an Bayern-Torhüter Manuel Neuer. Links Lucas Hernández.

Nach der bitteren Niederlage auf dem angestrebten Weg zur Titelverteidigung richtete Champions-League-Sieger FC Bayern den Blick sofort nach vorne. „Wir haben noch ein Spiel in Paris, und wir werden alles bündeln, um es in ein positives Ergebnis zu wenden“, erklärte Bayern-Trainer Hansi Flick nach einem schmerzhaften 2:3 (1:2) gegen Paris Saint-Germain.

Thomas Müller tat erst einmal, was hygienisch betrachtet eher zu vermeiden ist in diesen Pandemiezeiten. Man müsse sich „an die eigene Nase fassen“, sagte der Offensivspieler des FC Bayern und beschrieb auch gleich den nächsten Arbeitsschritt. „Jetzt abputzen“, hieß seine knappe Anweisung am Ende eines Champions-League-Abends, der nicht nur wegen des Ergebnisses ungewöhnlich war. Das 2:3 im Viertelfinal-Hinspiel gegen Paris St. Germain war die erste Niederlage für die Münchner in der Königsklasse seit mehr als zwei Jahren. Damals hatten sie gegen den FC Liverpool im Achtelfinale verloren und waren aus dem Wettbewerb ausgeschieden, ehe sie in der Saison darauf ihren europäischen Triumphzug starteten, der nun aber jäh enden könnte.

Es gehört zum Geschäft, nach Niederlagen, zumal so einer knappen wie sie der FC Bayern am Mittwoch hinnehmen musste, zu klappern und Optimismus zu verbreiten. Die Ausgangsposition ist zwar nicht die beste, um im Rückspiel am kommenden Dienstag noch das Halbfinale zu erreichen, aber eben auch nicht ganz schlecht. „Es ist noch nicht vorbei“, sagte Eric Maxim Choupo-Moting. Alphonso Davies versprach: „Wir werden das nächste Woche drehen.“ Und Oliver Kahn ließ in einem Instagram-Video wissen: „Wir sind Bayern München.“ Die Mannschaft, die, wie ihr Trainer Hansi Flick sagt, „sich nie aufgibt“ und dies als „einen großen Pluspunkt“ sieht für das zweite Duell mit den Franzosen. Es klingt alles nach einer Warnung für den Gegner.

Goretzka und Süle müssen früh raus

Aber nicht nur diese Siegermentalität stimmt den Trainer hoffnungsfroh, sondern auch die Leistung seiner Mannschaft. „Wenn man heute unser Spiel gesehen hat“, sagt er, „kann man da schon positiv nach Paris schauen“. Allerdings muss er da – wie auch in der Bundesliga am Samstag gegen Union Berlin – womöglich in Leon Goretzka und Niklas Süle, die beide wegen muskulärer Probleme früh nicht mehr weitermachen konnten, auf zwei weitere Spieler aus dem Stammkader verzichten. „Es dürfen sich jetzt nicht noch mal drei Spieler weh tun“, sagte Müller angesichts der schon prekären Personalsituation.

Dennoch waren die Bayern trotz der frühen Umstellungen das bessere Team, das dominantere, das kreativere, aber sie gaben ihre Kernkompetenz, die Effizienz, an diesem Abend ab. Man sei „nicht so entschlossen vor dem Tor“ gewesen wie sonst, gab Flick zu. 31 Torschüsse zählten die Statistiker, aber nur zwei Treffer sprangen heraus, das 1:2 von Choupo-Moting und das 2:2 von Müller, der am Tag der vergebenen Chancen „den Killerinstinkt, der uns oftmals auszeichnet“, vermisste.

Das Quäntchen Glück fehlt

Wenn der FC Bayern der Meister der Effizienz ist, dann gelang PSG in dieser Neuauflage des letztjährigen Finales so etwas wie der Champions-League-Sieg. Sechs Schüsse aufs Tor reichten für die beiden Treffer von Kylian Mbappé und dem zwischenzeitlichen 2:0 von Marquinhos. „Unser Plan ist aufgegangen“, sagte Trainer Mauricio Pochettino, gibt aber zu: „Wir hatten auch das nötige Quäntchen Glück.“

Jenes, das den Bayern dieses Mal eben fehlte. Flick steht vor ein paar unruhigen Tagen. Allerdings dürfte der Ausgang des Rückspiels keinen Einfluss auf seine Zukunft in München haben.

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