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„Titelchance bei 20, 25 Prozent“
Mit einem Sieg gegen Blau-Weiß Krefeld am Samstag (12 Uhr) kann Grün-Weiss Mannheim in der Tennis-Bundesliga die Titelverteidigung ansteuern. Beide Teams sind punktgleich. Das letzte Spiel der Saison ist für den Champion am Sonntag beim Gladbacher HTC. Teamchef Gerald Marzenell wähnt Grün-Weiss ganz klar in der Außenseiterposition.
Herr Marzenell, wie groß sind die Chancen ihrer Mannschaft auf den erneuten Titel?
Die Chance liegt bei 20, 25 Prozent. Der eindeutige Favorit auf den Titel ist Krefeld, ohne Wenn und Aber, da braucht man nicht groß drum rumzureden.
Krefelds Teammanager Olaf Merkel hat eine Top-Mannschaft für den Samstag angekündigt. Wird das so sein?
Ja, Krefeld wird mit einer sehr, sehr starken Mannschaft kommen. Leonardo Mayer ist dabei, ein Top-50-Spieler, Paolo Lorenzi ist ein Top-100-Spieler und Stefano Travaglia steht um Weltranglistenplatz 100. Für die Position vier hat Krefeld vier oder fünf Spieler zur Auswahl, ich rechne mit Dutra Silva, der vergangene Woche bei einem Challenger im Finale stand. Krefeld hat eine richtig, richtig gute Mannschaft.
Wie hält Grün-Weiss dagegen?
Eingeplant sind Tobias Kamke, Manuel Pena, Andreas Beck, Robin Kern, Simon Stadler und Jeremy Jahn. Offen ist noch der Einsatz von Pedro Martinez.
Bei einem Unentschieden ist der Titel weg?
Nein! Ich habe die ganze Woche überlegt. Es sieht so aus. Schlägt der Rochusclub Düsseldorf am Samstag Köln, ist der Rochusclub auch wieder im Rennen. Düsseldorf spielt am Sonntag gegen Krefeld und der Klub kann noch einmal nachladen. Der Düsseldorfer Teamchef Detlev Irmler wird das ernst nehmen.
Grün-Weiss hatte diese Saison viel Verletzungspech, was sind die Gründe für die tolle Saison?
Da gibt es für mich zwei Gründe. Unsere jungen Neuzugänge Pedro Martinez und Manuel Pena haben vom ersten Moment perfekt zu uns gepasst. Ich habe am Sonntag zu ihnen in der Besprechung gesagt, es hat den Anschein, als würden sie schon fünf Jahre bei uns sein.
Und der zweite Grund?
In den ersten Spielen standen wir mit dem Rücken zur Wand. Da hat sich dann ein besonderer Teamgedanke entwickelt, vergleichbar mit dem in der letzten Saison. Im vergangenen Jahr war es aber so: Hätte man ein Streichholz in die Kabine geworfen, wäre die Kabine explodiert. In diesem Jahr gab es die extreme Fokussierung auf jedes Spiel. In Aachen hat es den ganzen Tag geregnet, wir mussten in die Halle, waren vorne, dann am Verlieren, haben das Spiel wieder gedreht, kamen schließlich um vier Uhr morgens zurück nach Mannheim. An dem Tag war uns bewusst, dass wir wieder etwas erreichen können.
Im vergangenen Jahr waren viele Stars an Bord ...
Peter Gojowczyk, Radu Albot, Maximilian Marterer oder Federico Delbonis, sie haben alle vier, fünfmal gespielt und alle Spiele gewonnen. Der Titel ist weit weg, aber ja, der Titel hätte diesmal einen noch höheren Stellenwert.
Zumal es ja vor dem Spiel gegen Weinheim wegen der Lufthansa noch Probleme gab.
Ja, das war unglücklich, Tobias Kamke und Pedro Martinez kamen verspätet zum Spiel. Dass wir mit dieser Mannschaft 3:3 spielen, war eine große Überraschung.
Stichwort Tobias Kamke.
Tobias Kamke füllt die Rolle aus, die zuvor Björn Phau hatte. Er ist im sechsten Jahr bei uns, er ist ein Teamplayer, er hat gegen Kurhaus Aachen am Wochenende gespielt, obwohl es einen Trauerfall in der Familie gab.
Dennoch die Frage: Sind irgendwelche Feierlichkeiten für den Sonntag schon vorbereitet?
Nein, über den Meistertitel will ich nicht reden, weil dieser unrealistisch ist. Da gibt es auch nichts vorzubereiten. Das ist in so weiter Ferne, dass es keinen Sinn ergibt, sich darüber Gedanken zu machen.