Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Thomas Müllers Fehler

Plaudertasche Thomas Müller.
Plaudertasche Thomas Müller.

Der FC Bayern steht vor dem achten Titel in Folge. Störend: Thomas Müller hat eine völlige unnötige Diskussion angestoßen.

Thomas Müller ist eine Plaudertasche, er spricht gern und viel, ist ein toller Partner der Medien, und er genießt seit Jahr und Tag den Doppelpass am Mikrofon. Am Mittwoch nach dem Pokalsieg gegen Eintracht Frankfurt ist ihm ein Fehler unterlaufen. Er meinte: „Es ist auch ein bisschen paradox, wenn man immer über Neuzugänge spricht und gleichzeitig Gehälter eingespart werden.“ Es ging in dem Moment um Kai Havertz.

Thomas Müller hat da Äpfel mit Birnen verwechselt. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Natürlich muss ein Klub (oder ein Unternehmen) perspektivisch denken, ungeachtet der Zwänge durch die Corona-Krise. Und selbstverständlich wird er noch gut verdienen, trotz Einbußen.

Müller hat am Sonntag zurückgerudert, den Medien die Schuld gegeben, auf jeden Fall war die Aufregung groß zuvor. Sportdirektor Hasan Salihamidzic wurde gleich mal persönlich und fand die Leistung Müllers am Mittwoch nicht gut, Manuel Neuer gab wie so oft den Diplomaten in Handschuhen („Es gibt zwei Perspektiven“) – nur Trainer Hansi Flick sah das alles betont unaufgeregt. Ärgerlich ist der Disput auch, weil Leon Goretzka und Joshua Kimmich mit ihrer Aktion „We kick Corona“ bereits fünf Millionen Euro an Spenden gesammelt haben. Da passt Müllers Satz nicht dazu. Womöglich verschwindet der Schatten im Meister-Paradies, wenn die Bayern am Dienstag schon in Bremen den nächsten Titelgewinn perfekt machen.

Es gibt Szenen der Saison, die man nicht auf dem Fußball-Platz findet. Wie Freiburgs Trainer Christian Streich am Freitag vor den Kameras mit den Tränen kämpfte, als seine Vertragsverlängerung perfekt war, das war sehr anrührend. „Hoffentlich geht es noch lange weiter“, meinte er. Hoffentlich!

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