Kommentar
Thema Ehrengrab für Horst Eckel: Schnell alle an einen Tisch

Ein großer Vorteil der Westpfalz ist, dass es hier jede Menge kleiner Ortschaften gibt. Denn kleine Orte bedingen, dass man einander kennt, dass man sich beim Bäcker, im Supermarkt oder Dorfladen oder anderswo begegnet. Notfalls kann man sogar zum Telefon greifen, um zu reden. Offenbar ist das in einer solch sensiblen Angelegenheit wie einem Ehrengrab für Horst Eckel nicht passiert.
Horst Eckel, der Fußballheld von 1954, hat auch nach seinem Tod noch jede Aufmerksamkeit, jede Ehrung verdient, die ihm seine Heimatgemeinde zukommen lassen kann. Warum die Ortsgemeinde – nur sie allein ist für das formale Vorgehen zuständig – hier nicht von sich aus Schritte eingeleitet hat, bleibt schleierhaft. Sich nur darauf zu berufen, dass niemand „das Gespräch gesucht habe“, ist dürftig. Niemand hat Ortsbürgermeister oder Rat davon abgehalten, selbst tätig zu werden.
Vielleicht auch eine Straße?
Allerdings ist es auch wenig hilfreich, in einer solch sensiblen Angelegenheit sofort zur Presse zu laufen und Schwarze Peter zu verteilen. Vogelbach hat rund 1200 Einwohner, die Ortsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau, zu dem es gehört, 8300. Man kennt sich. Da sollte ein solches Thema im direkten Gespräch der Betroffenen geklärt werden können.
Beide Seiten sollten sich schnellstmöglich zusammensetzen. Dann müsste sich ein Weg finden lassen, um Horst Eckel die Ehre angedeihen zu lassen. Und vielleicht auch eine, die über das Grab hinaus geht – eine Straße seines Namens beispielsweise. Dazu gehört nur beidseits guter Wille.
