Bruchmühlbach-Miesau
Kein Ehrengrab für Fußball-Legende Horst Eckel?
Dagmar Eckel, die Tochter des am 3. Dezember verstorbenen 54er-Weltmeisters Horst Eckel, hatte am Freitag der Deutschen Presseagentur gegenüber zu Protokoll gegeben: „Die Bruchmühlbacher Gemeinde verwehrt Papa ein Ehrengrab.“
Im persönlichen Gespräch betont sie noch einmal, warum sie für eine solche Grabstätte kämpft: „Ich finde, Papa hat es verdient, diese Würdigung zu bekommen. Er hat immer gesagt ,Ich bin ein Vogelbacher Jung‘. Und mir ist es wichtig, dass sein Grab nicht wegkommt.“ Um die Pflege der letzten Ruhestätte im Bruchmühlbach-Miesauer Ortsteil Vogelbach würde sie sich selbst kümmern, sagt sie, auch um die Kosten gehe es ihr nicht.
Ortsbürgermeister: Unglückliche Diskussion
Der Ortsbürgermeister von Bruchmühlbach-Miesau, Rüdiger Franz (SPD), hält die ganze Diskussion hingegen für „mehr als unglücklich“. Es sei „zu keinem Zeitpunkt das persönliche Gespräch gesucht“ worden, in dem sich Angehörige und Vertreter der Ortsgemeinde hätten austauschen können, bemängelt er. Betont aber in der Sache: „Über ein Ehrengrab kann man reden.“ Er verweist jedoch ausdrücklich darauf, dass dafür ein Beschluss vom Ortsgemeinderat getroffen werden müsste. Denn dieser ist das für alle Fragen rund um den Friedhof zuständige Gremium. Die Tatsache, dass Horst Eckel seit 1998 Ehrenbürger der Gemeinde war, sei nicht mit dem automatischen Recht auf ein Ehrengrab verknüpft. Umgekehrt ist eine Ehrenbürgerwürde aber auch keine Voraussetzung für eine solche Grabstelle.
Verwaltung kann es nicht entscheiden
Die Verwaltung könne eine Entscheidung über die Form der Gedenkstätte nicht treffen. Versprechungen seitens Mitarbeitern aus dem Rathaus habe es hinsichtlich eines Ehrengrabes auch nicht gegeben, versichert Franz, und Dagmar Eckel bestätigt dies auf Nachfrage. Ihr, Vertretern der Horst-Eckel-Stiftung und des Beerdigungsunternehmens sei aber signalisiert worden, dass es kein Problem sein sollte, ein solches zu bekommen.
Dass der Ortsgemeinderat einen Beschluss dafür noch nicht gefasst habe, liegt laut Rainer Bastian, dem Sprecher der CDU-Fraktion, schlicht daran, dass die Frage nach einem Ehrengrab für den einstigen Ehrenbürger noch nicht an den Ortsgemeinderat gestellt worden sei. Er empfindet es daher als „unfair zu behaupten, die Gemeinde wollte Horst Eckel ein Ehrengrab verweigern“. Er ist sich sicher, dass alle Ratsmitglieder „zweifellos den Weg ebnen werden, dass Horst Eckel ein Ehrengrab bekommt“, sobald das Thema auf der Tagesordnung stehe.
Beispiellose Verdienste
Die Verdienste des Fußballers, der am Dienstag seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte, für die Gemeinde Bruchmühlbach-Miesau seien beispiellos und einmalig, heißt es in der Antragsbegründung. Er sei ein Vorbild für viele Menschen im ganzen Land gewesen und habe „den Fußballsport geprägt und sich durch sein Engagement große Verdienste auch außerhalb des Sports erworben. Es steht außer Frage, dass Horst Eckel die Zuerkennung eines Ehrengrabes verdient hat.“ Dass dies vielleicht schon an diesem Freitag, 11. Februar, beschlossen werden könnte, dafür wolle sich die CDU-Fraktion einsetzen, ebenso wie dafür, dass alle Fraktionen einen gemeinsamen Beschlussantrag einbringen.
Franz bestätigt, dass es „der Plan ist, am Freitag einen Grundsatzbeschluss für ein Ehrengrab zu fassen“. Und er geht auch davon aus, dass dem alle zustimmen werden. Die genaue Festlegung, wie ein solches Grab dann aussehen könnte und wer Kosten und Pflege übernimmt, müsse in einem zweiten Schritt erfolgen. In dem konkreten Fall, in dem es um die Grabstätte Eckels geht, würde sich Franz wiederum den direkten Austausch mit den Angehörigen wünschen.