Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel SV Waldhof verliert in Bielefeld – ein bisschen Spielglück reicht nicht

Auf und davonDer Bielefelder Nassim Boujellab (vorne) umkurvt den Waldhöfer Fridolin Wagner, der sich in der Nachspielzeit am Kn
Auf und davonDer Bielefelder Nassim Boujellab (vorne) umkurvt den Waldhöfer Fridolin Wagner, der sich in der Nachspielzeit am Knie verletzte.

Der SV Waldhof Mannheim verliert in Bielefeld, weil das Team nicht zum ersten Mal in der laufenden Drittligasaison seinem Gegner individuell unterlegen ist.

Die Spieler des SV Waldhof standen in der Spielfeldecke, die Trikots waren verschmiert mit Erde und die Häupter in Richtung der eigenen Fans gehoben. Es war klar, dass die paar hundert Anhänger der Mannheimer, die nach Bielefeld gekommen waren, die Akteure in den weißen Trikots nicht würden hochleben lassen. Aber die Rufe von den Rängen überraschten doch. „Wir woll’n euch kämpfen sehen“, hallte es aus den mehrheitlich alkoholgetränkten Kehlen.

Dabei waren den Mannheimern Laufbereitschaft, Einsatz und Wille gerade nicht abzusprechen gewesen, was nichts daran änderte, dass die Waldhöfer bei Arminia Bielefeld 1:3 (1:0) verloren hatten. Vielmehr haperte es den Spielern, nicht zum ersten Mal in dieser Saison, an der Fähigkeit, sich spielerisch und mit individueller Qualität dem Gegner zu erwehren. Die Bielefelder waren besser als die Mannheimer, nicht kämpferischer oder leidenschaftlicher. Sie waren schlicht besser.

„Bielefeld war deutlich besser“

Kelvin Arase kam zum gleichen Ergebnis. „Bielefeld war deutlich besser“, sagte die Mannheimer Offensivkraft. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass der SVW durch Arase den Spielverlauf nach 20 Minuten auf den Kopf gestellt hatte. Nachdem die Arminen die Mannheimer zu Beginn von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt hatten, schossen die Waldhöfer das erste Tor. Nach einem eklatanten Bielefelder Ballverlust hatte Arase zudem Glück, dass sein Schuss unhaltbar abgefälscht wurde – 1:0 für die Gäste (20.).

Pech in einer Elfmetersituation

In der Sportsprache wird so etwas als Spielglück bezeichnet, doch das genügte nicht. Zehn Minuten vor der Pause gab es Selbiges nämlich nicht noch einmal für den SVW, als Charles-Jesaja Herrmann im Strafraum der Ostwestfalen den Ball am Torhüter vorbeigespitzelt hatte, es zu einer Berührung kam, der Stürmer fiel, aber keinen Elfmeterpfiff folgte. „Das wäre die Situation gewesen, um hier was mitzunehmen“, sagte Waldhof-Coach Rüdiger Rehm, der von einer aus seiner Sicht „klaren Sache“ sprach, also einen Elfmeter für seine Mannschaft einforderte. Verbale Unterstützung bekam er von Mitch Kniat, seinem Trainerkollegen von der Arminia: „Das ist ein Elfmeter, den man so geben kann.“ Weil Schiedsrichter Florian Lechner die Situation anders bewertete, blieb es beim 1:0 für den SVW zur Pause. Das war Pech für die Blau-Schwarzen.

Sorge um das Knie von Wagner

Für ein Erfolgserlebnis reichte der knappe Vorsprung nicht, weil die Bielefelder in der zweiten Halbzeit dominant blieben, nun aber zusätzlich konsequenter waren. Innerhalb von sieben Minuten drehten sie das Resultat. Nassim Boujellab (51.) und Louis Oppie (58.) trafen vor 16.061 Zuschauern und sorgten mehrheitlich für Feierstimmung auf den Rängen. Nur im Block der Mannheimer Anhänger, die später „wir woll’n euch kämpfen sehen“ brüllen sollten, war es nun ruhiger. Die Waldhöfer auf dem Rasen versuchten, den Ausgleich zu schaffen, eine klare Möglichkeit erspielten sie sich aber nicht mehr. Das gelang im Gegensatz den Bielefelder, die in Person des eingewechselten Manuel Wintzheimer das 3:1 erzielten (76.) und die Begegnung damit entschieden. „Wir sind ein bisschen zu lieb“, sagte Arase beim Versuch zu erklären, warum die Mannheimer dem Team aus Bielefeld unterlegen war.

Bitter ist aus Sicht des SVW zudem, dass sich mit Fridolin Wagner in der Nachspielzeit ein Akteur am Knie verletzte, der in den bisherigen elf Ligapartien eine positive Erscheinung war. Der variabel einsetzbare Defensivmann hat sich vermutlich eine Blessur am Innenband zugezogen. Eine genaue Diagnose gab es unmittelbar nach dem Match noch nicht. Rüdiger Rehm war dennoch bedient. „Das passt zu dem Tag“, sagte der Waldhof-Trainer.

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