FCK
Sportchef Hengen: „Situation prekär, aber nicht aussichtslos“
„Natürlich hätten wir in der vergangenen Woche gerne neun Punkte geholt.“ Daraus macht Thomas Hengen gar keinen Hehl. „Sieben Punkte hätten es sein sollen“, sagt der 46-Jährige im RHEINPFALZ-Gespräch, fünf wurden es. Der späte Treffer von Jozo Stanic zum 2:2 für den FSV Zwickau am Mittwochabend in der 95. Minute wurmt auch Hengen noch. „Andererseits gehen wir ungeschlagen aus der englischen Woche, der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz wurde von sieben auf drei Punkte reduziert.“
Und genau das ist etwas, was dem Sportchef der Roten Teufel im Drittliga-Überlebenskampf Mut macht. „Die Situation ist prekär, aber nicht aussichtslos“, sagt Hengen. Genau deswegen gelte es auch alles dem Ligaverbleib unterzuordnen. Natürlich führt Hengen, der aus Rülzheim stammt und in Landau geboren ist, dieser Tage so manches Personalgespräch. Vieles muss inkonkret bleiben. Und Wasserstandsmeldungen möchte er keine abgeben, möchte keine Unruhe in den Kader bringen.
FCK-Boss erkennt Umschwung
Für das Team hat der ehemalige Bundesligaprofi ein Lob parat. Er erkennt, dass die harte Arbeit in der Länderspielpause Früchte trägt. Hengen hat es gefallen, wie sich die Lauterer Mannschaft nach dem schwachen ersten Durchgang und 0:1-Rückstand im Kellerduell beim VfB Lübeck am Samstag zurückgekämpft und immerhin noch einen Punkt aus der Hansestadt mitgenommen hat. „Der Trainer hat in Lübeck die richtigen Maßnahmen getroffen“, sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die Umstellung auf drei Spitzen nach dem Wechsel, auf mehr Robustheit im FCK-Spiel mit den Einwechslungen von Daniel Hanslik, dem Torschützen zum 1:1, und Elias Huth.
Freude über Sickingers Rückkehr
Am Dienstag im Training im Nachwuchsleistungszentrum Fröhnerhof war Hanslik sehr treffsicher. Hengen hätte nichts dagegen, wenn der 24-Jährige auch am Samstag (14 Uhr) im Derby gegen den 1. FC Saarbrücken wieder jubeln würde. „Es liegt an uns. Wir wollen den dritten Heimsieg holen.“ Froh ist der Sportchef auch, dass er am Dienstag Carlo Sickinger wieder auf dem Trainingsplatz begrüßen konnte. Der 23-Jährige hatte sich im Februar bei der 0:1-Niederlage in Ingolstadt einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zugezogen und arbeitete in der Reha in München an seinem Comeback. Hengen: „Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns – ist auf der Sechserposition und in der Innenverteidigung einsetzbar, auch als Typ tut er der Mannschaft gut.“
Der Trainer „lebt den Verein zu 100 Prozent“
Sehr zufrieden ist der Sport-Geschäftsführer mit der Arbeit von Trainer Marco Antwerpen: „Er lebt den Verein zu 100 Prozent, das spürt man jeden Tag.“ Antwerpens Emotionalität sei wichtig für die Mannschaft, die zu oft in dieser Saison enttäuschte, zuletzt aber die Gier, den Willen zeigte, die Abstiegsplätze unbedingt verlassen zu wollen. „Das müssen wir hochhalten“, fordert Hengen.
Er möchte gerade bei den Heimspielen eine FCK-Mannschaft auf dem Rasen des Fritz-Walter-Stadions sehen, die Druck auf den Gegner aufbaut, die die von früher so bekannten FCK-Tugenden lebt. Das soll gerade auch für die Zukunft gelten. Entsprechend brauche es künftig auch einen gut durchmischten Kader. „Da interessieren mich keine Namen oder auch nicht die Liga, in der jemand gespielt hat. Es geht nur darum, ob jemand dafür brennt, für den FCK zu spielen“, betont der 46-Jährige.
Eigene Jugend intensiv fördern – und fordern
Dass der Gürtel auch bei einem Drittligaverbleib enger geschnallt werden muss, sprich weniger Geld zur Verfügung stehen wird, ist kein Geheimnis. Mit Blick auf das Nachwuchsleistungszentrum sagt Hengen: „Wir wollen alle Mannschaften so gut wie möglich aufgestellt haben.“ Auch bei einem Abstieg in die Regionalliga sollen möglichst alle Nachwuchsteams gehalten werden. Womöglich mit weniger Ersatzleuten: Wichtig sei, dass die Talente auch wirklich Spielpraxis erhielten. Es geht Hengen um einen roten Faden, eine FCK-Philosophie, die sich durch den ganzen Klub ziehen soll. „Der Fußball muss im Mittelpunkt stehen. Dafür müssen alle an einem Strang ziehen.“
