Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Sport-Plauderei: Ex-Fußball-Profi Maurizio Gaudino über seine Sponsoring bei den Eulen

Zu Gast in der „Ebert-Hölle“: Maurizio Gaudino.
Zu Gast in der »Ebert-Hölle«: Maurizio Gaudino.

Der ehemalige Fußball-Bundesliga-Profi Maurizio Gaudino (53), beim SV Waldhof groß geworden, 1992 mit dem VfB Stuttgart deutscher Meister, ist begeisterter Fan der Eulen Ludwigshafen. Jetzt zählt der als Spielerberater tätige gebürtige Mannheimer, der mit seiner Frau und dem neunjährigen Sohn in München lebt, zu den Sponsoren des Handball-Bundesligisten.

Maurizio, danke für den Rückruf. Aber wir waren für 13 Uhr verabredet – früher hätte das was gekostet …
Ja, bei Schlappi damals beim Waldhof gab es dafür eine saftige Geldstrafe. Und wenn man keinen Gürtel trug, kostete es zehn Mark.

Stimmt. Der Gürtel war auch für Reporter Pflicht. Maurizio, wie kam das mit den Eulen?
Ich bin seit vielen Jahren, genau seit 1994, mit Robbie Pfeffer vom BASF Tennis-Club befreundet. Mit ihm war ich letzte Saison erstmals bei den Eulen und war sofort begeistert von der Atmosphäre. Eine enge Halle, über 2000 Zuschauer, gefühlt kennt jeder jeden. Es macht Spaß, wie die Jungs kämpfen. Es ist immer spannend. Das macht Laune! Wenn ich in der Gegend bin, komme ich gerne zu den Heimspielen.

Du unterstützt die Eulen mit Deinem Kaffeeunternehmen „Mauri e Peppe“. Zu kaufen gibt’s in der Halle und in der Geschäftsstelle der Eulen Espresso – 1000 Gramm für 19,90 und Kaffee Crema 1000 Gramm für 18,50 Euro. Die Erlöse gehen direkt an die Eulen. Wie kam’s zu deinem Sponsoring?
Fußball, Tennis, Handball – das ist Sport, Leistungssport. Im Fußball wird viel Geld bewegt, aber ich weiß auch, was andere Leistungssportler leisten – gerade auch im Handball. Mich fasziniert die Leidenschaft. Bei den Eulen sind das fast nur junge Spieler, die sich mit dem Ziel, weiter Handball in der Bundesliga spielen zu können, auspowern. Ich habe Lisa Heßler kennengelernt, die ja noch jung ist, aber sich total engagiert, mit ihren Leuten Türklinken putzt, um den Etat zu stemmen. Und auch um auf dem Markt zuzuschlagen, wenn man handeln muss. Wie zuletzt mit dem Torwart. Die kämpfen Tag und Nacht dafür, die Bundesliga finanzieren zu können. Deshalb unterstütze ich die Eulen.

Gutes Stichwort: Gorazd Škof kam als Nothelfer und begeistert. Du hast ihn ja beim Sieg gegen Göppingen live und in Farbe in der Ebert-Halle erlebt. Er ist 42 …
Ja, klasse! Der führt die Mannschaft, das ist, was sie gebraucht hat. Die Jungs geben alles, rennen kreuz und quer. Aber Škof ist auch während des Spiels mit seinen Ratschlägen eine echte Hilfe für die Jungen.

Dein Hauptaugenmerk ist weiter die Spielerberatung?
Ja, im Prinzip seit rund 17 Jahren. Die MG-Sport-Management GmbH kümmert sich speziell um junge Spieler mit dem Ziel, dass sie es in die Bundesliga schaffen.

Dann kommen die großen Haie…
Ja, das ist ein Haifischbecken. Wir sind klein, aber fein. Und es macht mir Spaß, gibt mir Freude, junge Spieler zu begleiten, die sich ihren Traum, Fußball-Profi zu werden, erfüllen wollen, so wie ich den Traum auch gelebt habe und fast 20 Jahre auch als Profi gespielt habe. Es geht darum, den Traum zur Realität zu machen, den Talenten klar zu machen, dass zusätzliches Training dazu gehört, um es in die Bundesliga zu schaffen. Das habe ich mit 17, 18 bei Klaus Schlappner auch erlebt, der damals in Ludwigshafen nach dem Training mit Jürgen Kohler und mir bei Wind und Wetter oft länger draußen geblieben ist, und mit uns gearbeitet hat. Damals habe ich das als piesacken empfunden, nicht als Hilfe, das versteht man erst, wenn man älter wird. Klaus Schlappner hat uns gelehrt, dass man an Leistungsgrenzen gehen muss. Nur so konnte ich so lange spielen. Ich habe die Erkenntnisse verinnerlicht und versuche, sie an die Jungs weiterzugeben. Das ist aber auch eine ganz andere Generation.

Wann bist du wieder bei den Eulen zu Gast?
Das kann ich leider noch nicht genau sagen, aber ich werde sicherlich noch ein paar Heimspiele live verfolgen.

Schaffen die Eulen wie 2018 und 2019 den Ligaverbleib?
Ja, daran glaube ich ganz fest. Es wird wieder ein Happy End für die Eulen geben.

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