Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Sorge nach Brutalo-Foul überschattet bei den Adler Mannheim die Freude nach 7:1

Luke Esposito wird nach einem brutalen Check des Berliners Yannick Veilleux abtranportiert. „Jeder sollte sich Sorgen machen, we
Luke Esposito wird nach einem brutalen Check des Berliners Yannick Veilleux abtranportiert. »Jeder sollte sich Sorgen machen, wenn ein Spieler auf diese Art vom Eis gebracht wird«, sagt Adler-Coach Dallas Eakins.

Den Dauerrivalen Eisbären Berlin mit 7:1 gedemütigt – der dritte Spieltag glich für die Adler Mannheim einem Festtag. Aber es lag ein Schatten über der SAP-Arena.

Dallas Eakins, Trainer der Adler Mannheim, wählte seine Worte mit Bedacht: „Er war sehr ruhig.“ Gemeint war damit Luke Esposito. Der Kanadier wurde nach einem brutalen Check des Berliners Yannick Veilleux, der nicht zum ersten Mal in dieser Hinsicht auffällig war, auf einer Trage vom Eis gefahren (26.). Dabei zog er eine so deutliche Blutspur hinter sich her, dass die Eismaschine nötig war, um die Spielfläche wieder zu säubern. Bewegt hat sich der Mannheimer Stürmer nicht. „Jeder sollte sich Sorgen machen, wenn ein Spieler auf diese Art vom Eis gebracht wird“, sagte Eakins. Immerhin: „Er war wach und kam direkt ins Krankenhaus.“ Am Samstag gab die Liga die Strafe für Veilleux bekannt: Er wird für sechs Spiele gesperrt und muss eine Geldstrafe zahlen.

Stolz war der Coach hingegen auf den Umgang seiner Mannschaft mit der Aktion: „Wir hätten auch unseren Fokus und die Disziplin verlieren können.“ Denn die mehr als 12.000 Zuschauer in der SAP-Arena erlebten gleich zwei Eishockeyspiele – eines vor dem Horrorfoul, in dem Zack Solow die Adler mit 1:0 (8.) in Führung gebracht hatte und Kristian Reichel (23.) nachlegte, und eines danach. „Das war eine sehr wichtige Lektion für die weitere Saison, die uns dabei hilft, uns auch in anderen Situationen zu fokussieren – ich hätte mir allerdings gewünscht, dass es dafür nicht eine solche Szene gebraucht hätte.“

Jüngster Torschütze der DEL-Geschichte

Auch Eakins hätte sich lieber über deutlich erfreulicheres unterhalten. Und davon hätte es an diesem 7:1-Abend gegen den amtierenden Meister jede Menge gegeben. Das hervorragende Überzahlspiel seiner Mannschaft zum Beispiel, die bei einem Mann mehr auf dem Eis gleich drei Treffer erzielt hatte. Über das Unterzahlspiel, in dem die Mannheimer nicht nur keinen Treffer hinnehmen mussten, sondern durch Kristian Reichel (5:0, 37.) sogar selbst trafen. Über einen erneut überragenden Maximilian Franzreb im Tor, dem in seinem zweiten Heimspiel im Adlertrikot nur 132 Sekunden bis zum zweiten Spiel ohne Gegentreffer fehlten, oder über das Ende einer schwarzen Serie – seit dem 17. März 2024 war den Mannheimern in zwölf Partien kein Sieg mehr gegen die Eisbären gelungen.

Und selbstverständlich auch über Max Penkin. „Ich kann mich nicht erinnern, dass die SAP-Arena nach einem Tor schon einmal so laut geworden ist“, sagte der Trainer mit Blick auf das 4:0 für die Adler (35.), dass den gebürtigen Mannheimer mit 16 Jahren, drei Monaten und acht Tagen zum jüngsten DEL-Torschützen gemacht hatte. „Es macht einfach unglaublich viel Spaß, diesem Jungen beim Spiel zuzusehen“, lobte der Trainer, der sich auch als Pädagoge gefordert sah: „Ich bin froh, dass er nicht die drei oder vier Tore gemacht hat und so noch mehr in den Mittelpunkt gerückt wäre.“ Aber auch so war es der 16-Jährige, der mit einem breiten Grinsen unter dem Helmgitter von seinen Kollegen nach dem Schlusspfiff zur Welle vor den Fans geschickt wurde. So viele erfreuliche Dinge, über die sich die Adler nach diesem Spiel gerne unterhalten hätten – und doch waren die Gedanken einzig bei Luke Esposito.

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