Sport
Sechs Wochen keine FCK-Spiele
Die Dritte Liga hat am Montagabend eine lange Zwangspause wegen der Corona-Pandemie beschlossen. Wenn nach dem 30. April doch noch gespielt werden sollte, müssten acht Partien nachgeholt werden. Der Kaiserslauterer Coach Boris Schommers klärt nun, ob und wie die Profis des FCK künftig trainieren.
Die lange Zwangspause umfasst die Spieltage 30 bis 35, nachdem vergangene Woche bereits die Partien der Runden 28 und 29 ausgesetzt worden waren: In der Dritten Liga ruht der Ball also für die kommenden sechs Wochen. Damit reagierten die Klubs deutlich drastischer auf die Coronavirus-Krise als zuvor die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Im Fall des 1. FC Kaiserslautern betrifft dies nun die Heimspiele gegen den MSV Duisburg, Chemnitzer FC und KFC Uerdingen sowie die Auswärtspartien bei Carl Zeiss Jena, den Würzburger Kickers und Hansa Rostock.
Der Trainerstab des FCK beriet laut Chefcoach Boris Schommers am Montagabend in einer Telefonkonferenz, ob die Spieler sich fortan zunächst zu Hause fit halten sollen oder ob weiter gemeinsam trainiert werden kann. Schommers möchte das Team am Dienstag informieren. Der SV Waldhof hatte am Sonntag das Mannschaftstraining bis auf Weiteres ausgesetzt. Der aktuelle Tabellenzweite hatte sich bereits für einen Abbruch der Saison ausgesprochen.
FCK-Chef Voigt: Vereine müssen Beitrag leisten
„So gerne wir auch Fußball spielen würden, in der aktuellen Situation geht es in erster Linie um die Gesundheit der Menschen. Da ist es selbstverständlich, dass sich auch die Vereine hintanstellen und ihren Beitrag leisten“, erklärte FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt am Abend.
Die Unterbrechung der Dritten Liga geht also die Verlängerung. In einer Videokonferenz beschlossen der DFB sowie die Vertreter der 20 Klubs am Montagabend, die Saison vorerst bis zum 30. April auszusetzen. Ursprünglich sollte nach der Absage von zwei Spieltagen am kommenden Wochenende wieder gespielt werden – das allerdings war angesichts der verschärften Maßnahmen im ganzen Land ohnehin unwahrscheinlich.
„Die Tragweite der aktuellen Krise ist immer noch nicht in vollem Ausmaß abzusehen. Unter Abwägung aller Aspekte und Interessen sind Verantwortung und Vernunft für uns die obersten Gebote. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Ausschuss die heutige Entscheidung, die in Absprache mit den Klubs getroffen worden ist. Wir brauchen untereinander die größtmögliche Solidarität“, sagte Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses Dritte Liga. Soeren Oliver Voigt ergänzte für den FCK: „Wir müssen lösungsorientiert im Sinne der Klubs denken, denn auch hier geht es um Existenzen. Auch wir als Klub müssen in diesem Zusammenhang alle denkbaren Szenarien und Optionen durchspielen.“
Elf Spieltage stehen insgesamt aus
Der festgelegte Zeitraum bis Ende April orientierte sich an den aktuell vorliegenden behördlichen Anordnungen. Die verlängerte Pause soll die Möglichkeit offen halten, dass die Saison doch noch zu Ende gespielt werden kann. Noch stehen insgesamt elf Spieltage aus. Durch die Unterbrechung müssten acht Termine nachgeholt werden. Dies könnte durch „englische Wochen“ sowie eine Ausweitung der ursprünglich bis 16. Mai laufenden Saison möglich sein. Bis 30. Juni muss die Spielzeit beendet werden, da auslaufende Verträge der Profis an diesem Tag ihre Gültigkeit verlieren. Auch hier gilt wie bei der DFL: Viel hängt von der heutigen Entscheidung der Uefa über die Austragung der EM ab. Eine Verlegung des Sommerturniers (12. Juni bis 12. Juli) scheint so oder unumgänglich.
Ost-Klubs wollten Saisonabbruch
Im Vorfeld des Drittliga-Gipfels hatten sich mehrere Klubs sogar für einen Abbruch der Saison eingesetzt. So hatten sich einige Ost-Vereine vorher abgesprochen. Bereits am Sonntag plädierten der FSV Zwickau, FC Carl Zeiss Jena und Hallesche FC für ein sofortiges Saisonende. Der Präsident des HFC, Jens Rauschenbach, ist nach einer Reise nach Österreich selbst an Covid-19 erkrankt. Er führt den Verein aus der häuslichen Quarantäne. Bei Jena sind zwei Profis vorsorglich ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden. Ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben, war am Abend noch offen.
