FCK
Rote Teufel verlieren in Meppen: Altbekanntes im Emsland
Fuchsteufelswild gestikulierte Marco Antwerpen Mitte der zweiten Hälfte an der Seitenlinie und schrie aufs Spielfeld. Was seine Mannen da zeigten, konnte dem Trainer des 1. FC Kaiserslautern nicht gefallen. Gegen einen tief stehenden SV Meppen fehlte es an Tempo, an Ideen, an einer Struktur. Ein altbekanntes Problem, das eigentlich abgestellt werden sollte. Die Lauterer, sie liefen zu diesem Zeitpunkt einem 0:1-Rückstand hinterher, den sie in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kassiert hatten.
Gedanklich schon in der Kabine
Da waren die Roten Teufel gedanklich schon in der Kabine. Markus Ballmert durfte flanken, Max Dombrowka sträflich frei von links einrücken und einköpfen. 1:0 (45.+2). Das durfte nicht passieren, war viel zu einfach. So sah es auch Antwerpen: „Da haben wir geschlafen.“
Hanslik-Kopfball an die Latte
Zuvor mangelte es in einer in der ersten Hälfte hektischen, auf dem engen Spielfeld von vielen Zweikämpfen geprägten Partie nicht an Torchancen. Der FCK hatte die ersten, jeweils nach herrlich vorgetragenen Angriffen. So bediente Daniel Hanslik – in Szene gesetzt von Dominik Schad – Mike Wunderlich, dessen Direktabnahme drüber ging (3.). Dann setzte Hanslik Nicolas Sessa in Szene, der an Meppens Torhüter Eric Domaschke scheiterte (10.). Nach einem Freistoß von Mike Wunderlich landete ein Hanslik-Kopfball an der Latte (19.). Stark, wie sich Jean Zimmer in der 37. Minute auf dem rechten Flügel durchsetzte, nach innen passte, wo Wunderlich aus elf Metern das Leder über den Kasten schoss. Schließlich kriegte Sessa nach Schad-Hereingabe keinen Druck hinter das Leder (40.). Sessa durfte diesmal von Beginn an ran, starte auf der Achterposition, wechselte dann aber bald auf den linken Flügel, René Klingenburg rückte dafür ins defensive Zentrum.
Sessa klärt in höchster Not
Doch auch die Gastgeber hatten ihre Möglichkeiten: Morgan Faßbender traf – fein von Kapitän Luka Tankulic bedient – das Außennetz (14.). Dann klärte Sessa in höchster Not gegen Ole Käuper (20.). Nach Freistoß des guten Tankulic strich ein Kopfball von Lars Bünning nur knapp am Pfosten vorbei (28.). Hendrick Zuck klärte einen Bünning-Kopfball auf der Linie (37.). Dann die Nachspielzeit – das 1:0.
Kurzes FCK-Strohfeuer
In der zweiten Halbzeit konzentrierten sich die Gastgeber aufs Verteidigen. Der FCK war in den ersten Minuten nach der Pause klar überlegen – aber der letzte Pass kam nicht an. Das war aber nur ein kurzes Strohfeuer. Von den Gästen kam immer weniger. Im Gegenteil, sie luden die Meppener zum Kontern ein. Torwart Matheo Raab hielt sein Team zweimal gegen Rene Guder im Spiel, einmal in Kombination mit René Klingenburg (63., 66.). „In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so zielstrebig, haben uns fast keine Torchancen mehr herausgespielt“, sagte Mike Wunderlich.
Erst in der Schlussphase gab es von Seiten der Gäste etwas Gefahr, aber sowohl Klingenburg (88.) als auch Wunderlich (90.+1) verfehlten das Tor. Die mehr als 400 Lauterer Fans traten so enttäuscht die rund 470 Kilometer lange Heimreise an. Eine Stunde vor dem Spiel wurden die im strömenden Regen stehenden FCK-Anhänger vom Stadionsprecher herzlich begrüßt. Als „kleines Willkommensgeschenk“ gab es das „Betze-Lied“ aus den Lautsprechern. Weitere Geschenke des Gastgebers sollten nicht folgen.
Ein Anpfiff des Trainers
„Wir müssen in der ersten Halbzeit klar in Führung gehen“, haderte Antwerpen – und schob nach: „Dann war es das typische Spiel von Meppen, sie stehen tief hinten drin, wir haben keine Lösungen gefunden.“ Und genau das wurmte den Trainer. „Auch wenn man 1:0 hinten liegt, musst du die Dinge umsetzen, die wir vorher besprochen haben.“ Seiner Mannschaft gab er noch auf dem Spielfeld im Kreis einen ordentlichen Anpfiff. „Du musst doch als Spieler selbst den Anspruch haben, anders in die Saison zu gehen. Dann musst du diesen Anspruch im Spiel auch zeigen!“
Wenige Meter entfernt feierte das Team des SVM mit seinen Fans. Auf den Stehplätzen war wenig von Abstand zu erkennen. Der FCK indes muss aufpassen, dass die gute Stimmung rund um den Betzenberg nicht schnell wieder verfliegt. Die Bilanz nach zwei Spielen: ein Punkt, kein Tor.
So spielten sie
SV Meppen: Domaschke - Ballmert, Puttkammer, Bünning, Dombrowka (78. Al-Hazaimeh) - Faßbender (59. Guder), Blacha, Käuper (64. Egerer), Hemlein (78. Osée) - Tankulic, Koruk (78. Fedl)
1. FC Kaiserslautern: Raab - Schad (73. Gibs), Tomiak, Götze, Zuck (60. Redondo) - Ritter (59. Huth), Sessa (46. Kraus) - Zimmer, Wunderlich, Klingenburg - Hanslik (73. Kiprit)
Tor: 1:0 Dombrowka (45.+2) - Gelbe Karten: Ballmert (2), Blacha (2), Faßbender (1), Bünning (1) - Götze (2), Klingenburg (2), Zimmer (1) - Beste Spieler: Tankulic, Bünning - Tomiak - Zuschauer: 5813 - Schiedsrichter: Schwengers (Travemünde).
