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Rote Teufel mit jungem Elan
Das Lob des Trainers ist an diesem Dienstagvormittag bei leichtem Nieselregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt nicht zu überhören: „Ja, gut so“, ruft Jeff Saibene über den Trainingsplatz am Fritz-Walter-Stadion. In der Tat, das sah gut aus, was Carlo Sickinger, Hendrick Zuck und Tim Rieder gerade kombinierten. Zu einem Tor im Abschlussspiel reichte es in diesem Moment nicht – den 1:0-Siegtreffer erzielte später Marlon Ritter nach klasse Vorarbeit von Lucas Röser.
Mit 21 Feldspielern und vier Torhütern ist Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern am Dienstag nach dem kurzen Weihnachtsurlaub wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Das war möglich, weil die beiden Corona-Tests am Sonntag- und Montagabend negativ ausfielen. Am Montag standen Ausdauerdiagnostik und ein kontaktloses Kleingruppentraining auf dem Programm.
Sickinger: „Da unten rauskommen“
„Wir müssen alles dransetzen, haben einiges aufzuarbeiten, nachzuholen“, sagte Kapitän Carlo Sickinger nach der Einheit mit Blick auf bislang erst magere 18 Punkte aus 17 Spielen. „Wir müssen erst einmal schauen, dass wir da unten rauskommen“, meinte der 23-Jährige. Er hatte Weihnachten zusammen mit seiner Familie in der Heimat bei Karlsruhe verbracht.
Der Sieg im letzten Spiel vor den Feiertagen, das 2:0 am 19. Dezember in Düsseldorf gegen den KFC Uerdingen, hat dem Team gut getan. „Die Muskulatur hat zugemacht. Die Stimmung ist auch nach dem Urlaub noch entspannt. Als Sportler ist es wichtig, positive Erlebnisse zu haben.“ Der Kapitän der Roten Teufel musste in dieser Partie nach rund einer halben Stunde vom Platz. Der Rücken machte Probleme. „Ich war nicht fähig, Sprints anzuziehen.“ Mittlerweile geht es ihm wieder besser.
Ciftcis Fußverletzung
Es ist aber ein Problem, das nicht zum ersten Mal bei Sickinger auftrat – und womöglich wiederkehren kann. „Wir haben noch keinen Grund dafür gefunden“, sagte der 23-Jährige. Er arbeitet auch mit speziellen Übungen daran, dass er künftig schmerzfrei bleibt.
Dem Kapitän gefiel so manch gute Passage im Trainingsspiel. Ähnlich wie Jeff Saibene. „Es war viel Begeisterung, viel Freude dabei“, sagte der Trainer nach der rund 90-minütigen Übungseinheit. Nicht mit dabei war neben den Langzeitverletzten Simon Skarlatidis (Leistenoperation), Anas Bakhat (Teilabriss des Syndesmosebandes), Lukas Gottwalt (Sprunggelenkfraktur), Dominik Schad (Wadenbeinbruch) und Lukas Spalvis (Reha nach Knorpelschaden) Innenverteidiger Alexander Winkler, der noch mit muskulären Problemen aus dem Spiel beim KFC Uerdingen zu kämpfen hat. Auch Mittelfeldmann Hikmet Ciftci fehlte. Nicht wegen seines Nasenbeinbruchs aus dem Haching-Spiel, sondern wegen einer Fußverletzung. „Das kam überraschend beim Laktattest gestern Morgen. Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist“, sagte Saibene.
Morabet, Scholz und Jensen bei U21
Erst einmal nicht mehr Teil des Profikaders werden Mohamed Morabet, Jonas Scholz und Luca Jensen sein, die mit der U21 trainieren werden. „Mir geht es darum, mit einem kleineren Kader trainieren zu können. Sie sind nicht weg vom Fenster“, betonte der Trainer. Er wollte es nicht ausschließen, dass Spieler den Klub im Winter noch verlassen werden. „Im Moment gibt es aber keine konkreten Anzeichen“, sagte der 52-Jährige. Umgekehrt laufen Gespräche mit potenziellen Neuzugängen. Oben auf dem Wunschzettel steht ein schneller Offensivmann, der rechts oder zentral spielen kann. „Wir müssen schauen, wie sich alles entwickelt. Wintertransfers sind nicht immer so einfach.“ Saibene ist froh, dass Nicolas Sessa nach seinem Muskelfaserriss zurück auf dem Trainingsplatz ist, auch Bakhat macht Fortschritte, kann individuell bereits wieder mit dem Ball arbeiten.
Neuer Teil des Profikaders ist ein 17-jähriges Talent aus dem Nachwuchsleistungszentrum: Offensivmann Shawn Blum, Bruder von Danny Blum, der beim Zweitligisten VfL Bochum spielt. „Shawn ist dynamisch, hat Speed, schießt Tore, ist unbekümmert. Mir geht es darum, einen Eindruck von ihm zu bekommen.“ Saibene ist es wichtig, engen Kontakt ins Nachwuchsleistungszentrum zu halten, jungen Spielern eine Chance zu geben, wie er betonte. Bereits seit einiger Zeit gehören die Außenverteidiger Lars Oeßwein (22) und Jannis Held (20) zum Profikader. „Sie machen einen guten Eindruck, wir haben auf den Außenverteidigerpositionen derzeit keine Backups. Ich hätte keine Bedenken, sie reinzuschmeißen“, sagte Saibene.
