Handball
Rhein-Neckar Löwen wollen mit Demut zu alter Stärke
Trainer Sebastian Hinze hat es bis zum ersten Saisonspiel am 5. September zu Hause gegen den THW Kiel nicht ganz so einfach. Denn in den Torhütern Mikael Appelgren und David Späth, den deutschen Nationalspielern Juri Knorr, Jannik Kohlbacher und Sebastian Heymann sowie dem kroatischen Auswahlspieler Ivan Martinovic fehlen dem Bundesligisten sechs Asse.
„Das kann man auch als Chance nehmen. Aus der U21 haben wir drei Jungs hochgezogen. Und wenn die Spieler zurückkommen von Olympia, fahren wir ins Trainingslager und wollen die Woche intensiv nutzen“, erklärte der Coach, dessen Vertrag im nächsten Sommer ausläuft. Er steht nach einer enttäuschenden Spielzeit unter Druck.
Am 19. August geht es für sechs Tage nach Dahn in die Südwestpfalz, am 23. August steht dort das Testspiel gegen den TV Großwallstadt an. „Der Blick geht nach vorne. Der Blick zurück bringt nicht mehr ganz so viel. Es wird herausfordernd. Ich habe Bock darauf“, betonte Hinze.
Gensheimer will nicht vermessen sein
Bei den Saisonzielen wurde es gestern nicht konkret. „Mein Saisonziel ist immer das Maximum. Für mich ist wichtig, wie wir auftreten. Mit hoher Einsatzbereitschaft wollen wir die Leute mitnehmen. Das ist das primäre Ziel. Wenn wir das schaffen, haben wir eine Mannschaft, die ganz viel abdeckt. Was das für die Platzierung bedeutet, mag ich noch nicht absehen“, erläuterte Sebastian Hinze.
Der Spieler Uwe Gensheimer ist Vergangenheit, als neuer Sportlicher Leiter sagte der langjährige Weltklasselinksaußen am Montag: „Wenn man die letzte Saison auf Platz zwölf abgeschlossen hat, dann wäre es vermessen zu sagen, wir wollen in die Top Drei. Wir müssen mit Demut an die Sache herangehen. Wir wollen zum Löwen-Handball zurückkehren und eine realistische Einschätzung haben, was möglich ist. Wir wollen dorthin kommen, wo wir schon einmal waren. Wenn alle fit bleiben, sehe ich unseren Kader sehr gut aufgestellt.“
Sich über kleine Erfolgserlebnisse freuen und so zurück in die Spitze kommen, Schritt für Schritt, das könnte der Weg sein. „Der Kader hat das Zeug dazu, besser zu sein als in der vergangenen Saison“, findet er. Der 37-Jährige hofft, den von Ex-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann ausgegebenen Fünf-Jahres-Plan Richtung Spitze fortzuschreiben.
Nothdurft hatte es auch nicht leicht
Als einziger Neuzugang war gestern Nationalspieler Tim Nothdurft in Kronau. „Ich bin sehr gut angekommen“, sagte der Linksaußen, der auch schwierige Monate hinter sich hat. Sein voriger Verein, der Bergische HC, konnte trotz eines kleinen Endspurts den Abstieg in die Zweite Liga nicht mehr verhindern. „Es ist nie schön, wenn man absteigt und den Verein dann auch noch verlässt“, sinnierte er.
Mit Kapitän Patrick Groetzki bilden Nothdurft und David Moré die Flügelzange. Groetzki betonte: „Die letzten Monate haben schon an den Kräften gezehrt. Körperlich, aber auch mental. Glücklicherweise hatten wir den EHF-Pokal, in dem wir Ausschläge nach oben hatten. Auf der Achterbahn der Gefühle zu sein, das zehrt.“