Handball
Rhein-Neckar Löwen: Warum die Tabelle nicht eingerahmt wird
Als die Schlusssirene ertönt und die Interviews abgearbeitet waren, machten sich die Löwen Samstagabend schnell aus dem Staub. Der 26:18-Sieg gegen den TBV Lemgo war für Martin Schwalb und seine Spieler ein schönes Erlebnis, aber eben auch nicht mehr. Die Normalität des Gewinnens kehrt langsam in die DNA des deutschen Meisters von 2016 und 2017 zurück.
Blick geht nach vorne
Auch die Tatsache, dass die Badener mit zwei weiteren Punkten die Führung in der Handball-Bundesliga verteidigt haben, sorgte nicht für Euphorie. Die Entwicklung fühlt sich gut an, aber deshalb wird keiner der Löwenakteure die Tabelle aus der Zeitung ausschneiden und zuhause an die Wand hängen. „Die Jungs haben das heute gut gelöst“, lobte Trainer Schwalb seine Mannschaft, strahlte dabei aber eine Unaufgeregtheit aus, die sein Team zuvor auch auf dem Feld gezeigt hatte. Bei den Löwen wird niemand verrückt, weil gerade Leistungen und Ergebnisse stimmen. „Wir schauen nach vorne“, machte Schwalb deutlich.
Viel Zeit, um die Tabellensituation in der Liga zu genießen, haben die Löwen einfach nicht. Schon am Dienstag (18.45 Uhr) geht es für die Badener bei GOG Svendborg in Dänemark in der European League weiter. Beziehungsweise geht es aus Sicht der Schwalb-Schützlinge los, denn die ersten beiden Partien in der Gruppenphase des internationalen Wettbewerbs waren wegen Corona-Infektionen beim Gegner abgesagt worden. Bislang – und das ist in der Pandemie eine wichtige Nachricht – deutet nichts auf eine weitere Absage hin.
Kirkelökke freut sich auf Rückkehr
Das ist besonders für Niclas Kirkelökke eine frohe Botschaft, denn der Rückraumspieler trifft auf seinen ehemaligen Klub, machte zwischen 2016 und 2019 bei GOG auf sich aufmerksam. „Ich freue mich sehr auf dieses Spiel“, sagte der Linkshänder, warnte aber gleichzeitig vor dem Kontrahenten: „Sie haben viele gute Spieler, spielen schnell und sind deshalb gefährlich.“ Die Badener müssen konzentriert sein, um keine böse Überraschung zu erleben. Überraschen wird sie in jedem Fall der Umstand, dass in der Halle Zuschauer sein werden, bei GOG sind aktuell bis zu 500 Besucher zugelassen.
Spiel in Minden ist abgesagt
Wie es nach dem Auftritt in Dänemark weitergeht, ist derzeit noch offen. Sicher ist, dass die für kommenden Samstag geplante Begegnung bei GWD Minden abgesagt wird, weil sich das Team der Ostwestfalen wegen der Corona-Infektion von Nationalspieler Juri Knorr in Quarantäne befindet. Die Pandemie könnte die Badener in ihrem Siegeszug also ausbremsen, wenn nicht kurzfristig eine andere Begegnung stattdessen angesetzt wird. Sollten weitere Bundesliga-Partien abgesetzt werden müssen, könnten die Löwen ein Spiel gegen einen Kontrahenten vorziehen, der ebenfalls passiv von einer coronabedingten Absage betroffen wurde. Eine Entscheidung darüber fällt aber frühestens Anfang der Woche.