Handball
Rhein-Neckar Löwen: Fortschritte in allen Bereichen
Löwen-Coach Ljubomir Vranjes, der elf Jahre lang als Spieler, Manager und Trainer den Norddeutschen zur Seite stand, hatte nach dem Spiel am Samstagabend richtig gute Laune. Das war eher seltener in den letzten Wochen der Fall.
„Ich bin sehr zufrieden mit dem Punkt. Die Mannschaft hat nach dem Spiel gegen Berlin einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Wir haben einen Punkt gewonnen. Auch wenn wir quasi mit dem Abpfiff das Gegentor zum Ausgleich bekommen“, fasste Vranjes zusammen.
Schmid gut aufgelegt
Um ein Haar hätte der Tabellenzehnte den Champions-League-Kandidaten vor 5144 Zuschauern in der SAP-Arena sogar in die Knie gezwungen. Der gut aufgelegte Löwen-Spielmacher Andy Schmid brachte seine Sieben 22 Sekunden vor Ende der Partie in Führung. Die Halle bebte. Der erste Sieg gegen ein Topteam in dieser aus Löwen-Sicht mehr schlechten als guten Saison lag in Reichweite.
Dann sorgte Nationalmannschaftskapitän Johannes Golla nach feinem Zuspiel des schwedischen Europameisters Jim Gottfridsson kurz vor Schluss doch noch für den Ausgleich. Das stimmte wiederum die Gäste um ihren Trainer Maik Machulla einigermaßen zufrieden. „Ein Punkt in letzter Sekunde mitzunehmen, ist immer schön. Auch wenn wir uns für das Spiel mehr vorgenommen hatten. Die Löwen hatten einen guten Flow im Angriff. Die Zuschauer waren auch Gewinner, weil sie ein schönes und packendes Handballspiel gesehen haben“, meinte Machulla.
Was für ein Torwart
Bei einem Flensburger Spieler fanden die diesmal taktisch und diszipliniert agierenden Gastgeber immer wieder ihren Meister. Sage und schreibe 25 Paraden, das ist eine Quote von über 50 Prozent, standen am Ende für den dänischen Nationaltorhüter Kevin Möller auf der Habenseite. Das kommt nicht alle Tage im Handball-Oberhaus vor.
Löwen-Torwart Joel Birlehm zeigte in der ersten Halbzeit sieben Paraden, Mikael Appelgren übernahm ab der 42. Minute, brachte eine gute Leistung. Birlehms Auftritt war zusammen mit der konsequenten 6:0-Deckung die Grundlage für die 13:12-Pausenführung. „Wenn unsere Abwehr mal steht, gibt es kaum ein Durchkommen. Im Gegensatz zum Berlin-Spiel haben die Jungs das diesmal richtig klasse gemacht“, meinte Joel Birlehm. Der junge Keeper, der erst seit Mitte Januar für die Rhein-Neckar Löwen spielt, hätte allzu gerne beide Zähler gegen Flensburg eingepackt. „In der Schlussphase waren wir nah dran, das Ding nach Hause zu bringen. Vielleicht fehlte uns dann noch die nötige Cleverness. Aber die Fortschritte waren in allen Mannschaftsteilen deutlich erkennbar“, sagte Birlehm.
So soll es weitergehen
So soll es jetzt für die Löwen am besten bis zum Saisonende weiter gehen. Der fünf Mal erfolgreiche Juri Knorr sieht das Potenzial der Mannschaft noch längst nicht ausgeschöpft. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man merkt, gegen große Teams mithalten zu können. Im Spiel gegen Berlin war es phasenweise schon nicht schlecht. Jetzt gegen Flensburg halten wir das Spiel komplett bis zum Ende offen. Das gibt Mut für die Zukunft. Wir sind eine Mannschaft mit vielen jungen Spielern. Es läuft in die richtige Richtung“, sagte der Jungnationalspieler und blickte durchaus optimistisch nach vorne.
Am Donnerstag kann sich das Löwen-Team erneut beweisen. Dann kommt der Aufsteiger HSV Hamburg in die SAP- Arena (19.05 Uhr).