Handball
Rhein-Neckar Löwen: Appelgren zieht Wetzlar den Nerv
Mann der Anfangsphase war allerdings Jannik Kohlbacher. Fünf Tore innerhalb von acht Minuten erzielte der Kreisläufer der Nationalmannschaft. So viele Tore von einem Spieler in dieser kurzen Zeit hatten die Zuschauer in der SAP Arena noch nicht erlebt. Die Löwen gaben gegen die Gäste aus Wetzlar von Beginn an den Ton an.
Hinter der aggressiven 6-0-Deckung hielt der Schwede Mikael Appelgren den Kasten sauber. Der Torwart-Oldie hatte den Vorzug vor David Späth und Joel Birlehm bekommen und wies die Wetzlarer Rückraumasse Lenny Rubin (nur ein Tor) und Stefan Cavor (vier Tore) in ihre Schranken. Der 34-Jährige wehrte in den ersten 30 Minuten 15 Bälle ab (68 Prozent). Das war mal wieder eine Weltklassequote von „Apfel“.
Blasser Knorr
Die Mannschaft von Sebastian Hinze hätte sogar noch viel deutlicher in Führung liegen können. Das Team ließ aber die eine oder andere gute Torchance aus. Spielmacher und Goalgetter Juri Knorr erzielte erst in der 23. Minute sein erstes Tor. Trotzdem führten die Gelbhemden zur Pause gegen insgesamt harmlose Wetzlarer um den ehemaligen Eulen-Spieler Hendrik Wagner locker mit 15:7. Dabei war die Mannschaft von Frank Carstens mit einer Empfehlung von zuletzt 7:3 Punkten nach Mannheim gekommen.
Nach der Pause schalteten die Löwen einen Gang zurück, so dass Wetzlar einen Neun-Tore-Vorsprung (14:5) auf vier Tore (17:13 – 42. Minute) verkürzte. Ernsthaft Sorgen mussten sich die Fans aber nicht machen; und auch nicht darüber, dass Knorr im Angriff (zwei Tore) nicht in gewohnter Weise in Erscheinung trat. Ihre Sache gut machten dagegen die jeweils fünf Mal erfolgreichen Gustav Davidsson und Jon Lindenchrone.
Auf Platz sechs vorgerückt
Aber an Mikael Appelgren kam gestern niemand heran: „Ich will meine Leistung nicht überbewerten. Ich weiß, dass ich mich auch auf eine gute Abwehr verlassen kann. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas nachgelassen. Da gab es müde Momente“, bewertete Appelgren den siebten Saisonsieg, der die Löwen auf den sechsten Rang in der Bundesliga hievte (15:13 Punkte).
Coach Sebastian Hinze bescheinigte „Apfel“ und dem gesamten Team eine starke Teamleistung: „Die Jungs haben einen sehr guten Job gemacht. Die Basics haben gestimmt. Auch wenn die eine oder andere freie Chance vergeben wurde und technische Fehler gemacht wurden.“
Schon am Dienstag (20.45 Uhr) müssen die Löwen wieder in der EHF European League auf das Parkett. Im Heidelberger SNP Dome erwarten die ungeschlagenen Mannheimer die schwedische Mannschaft IFK Kristianstad. Hinze hat signalisiert, dass alle Spieler eingesetzt werden.